Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahnen

Im Großherzogtum Oldenburg wurden lediglich 1910 Versuche mit einem benzolelektrischen Motortriebwagen angestellt. Nach dem Vorbild der preußischen Verbrennungstriebwagen lieferte Weyer einen vierachsigen Triebwagen mit elektrischer Ausrüstung von der AEG. Der Versuchsträger bewährte sich offenbar nicht sonderlich gut. Der Einsatz erfolgte auf den Strecken Jever – Carolinensiel (Tidebahn) und Oldenburg – Cloppenburg. Der Treibstoffmangel während des Ersten Weltkrieges beendet die Einsätze.

Das Fahrzeug verfügte über einen Wagenkastenrahmen mit Längsversteifungen und hatte eine Länge von 20,75 Metern. Die beiden Drehgestelle besaßen einen Außenrahmen. Die Drehpfannen waren als Kuppellager ausgebildet und ruhten auf Blattfedern. Das vordere Drehgestell hatte einen Achsstand von 3.200 mm, um die Maschinenanlage unterbringen zu können. Der Motor war mit einer flachen einseitigen Blechhaube versehen. Die Dienstmasse betrug 46,7 Tonnen, als Höchstgeschwindigkeit wurden 50 km/h angegeben.

Der 6-Zylinder-Viertakt-Benzolmotor trieb einen Gleichstromgenerator an. Die von diesem Generator gespeisten Elektromotoren im hinteren Drehgestell trieben wiederum über ein Zahnradgetriebe die Treibachsen an. Der Benzolmotor konnte mittels einer elastischen Kupplung vom Generator getrennt werden. Die Abgase wurden über einen Abzugsschlot bis zum Wagendach geleitet. Der Motorkühler war auf dem Fahrzeugdach angeordnet.

Der Aufbau besaß an den beiden Fahrzeugenden jeweils einen Führerstand. Auf beiden Seiten befanden sich zwei Einstiege über Trittstufen. Das Fahrzeug besaß fünf Abteile der 3. Klasse und drei Abteile der 4. Klasse. Die Heizung erfolgte über das Motorkühlwasser. Auf dem Wagenkasten befanden sich fünf statische Lüfter.

Verbrennungstriebwagen

Fahrzeugnummer Hersteller Fabriknummer Baujahr Gattung Bauart        
1 Fahrzeuge
- (o.Nr.) Weyer (Düsseldorf) ? 1910 2'Bo'-be Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.