Königlich Bayerische Staats-Eisenbahnen

Die Königlich Bayrische Staats-Eisenbahn soll schon 1882 einen Dampftriebwagen von Krauss erprobt, den sie aber nicht in ihren Bestand übernahm und über den wenig bekannt ist. Weitere Triebwagen gab es zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

1901 ließen die Bayern einen zweiachsigen Durchgangs-Personenwagen 3. Klasse mit offenen Übergängen des Baujahres 1897 (andere Quellen nennen das Baujahr 1887) einen Akkumulator-Triebwagen bauen, der unter der Nummer MCi 8373 auf der Strecke Augsburg - Haunstetten eingesetzt wurde. Horst Troche beschreibt das Fahrzeug als »wenig schön«. Das Fahrzeug bewährte sich nicht und wurdeschon 1907 wieder abgestellt.

Die Königlich Bayrische Staats-Eisenbahn soll 1904 mit der Erprobung eines Ganz-Dampftriebwagens (Bauart DeDion-Bouton) auf der Strecke München - Schliersee begonnen haben, der die Nummer MBCi 2521 erhielt. Über den Lebenslauf des ist nicht sehr viel bekannt.

Zwischen 1905 und 1907 stellte die K.Bay.Sts.B. dann aber eine Serie von sieben vierachsigen Dampftriebwagen der Bauart MCCi in Dienst, die unterschiedliche Kesselausrüstungen besaßen und deutlich vielversprechender waren. Hersteller war Maffei in Kooperation mit MAN. Sie waren für den Hauptbahndienst konzipiert und besaßen 52 Sitzplätze. Fünf von ihnen wurden in den 1920er-Jahren noch durch die DRG erfolgreich in vier Elektrotriebwagen (ab 1923 München 701 bis München 704) und einen Dieseltriebwagen umgebaut:

Fahrzeugnummer Hersteller Fabriknummer Baujahr Bauart        
7 Fahrzeuge
MCCi 14501 Maffei 2469 1906 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14502 Maffei 2470 1906 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14503 Maffei 2497 1906 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14504 Maffei 2498 1906 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14505 Maffei 2499 1907 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14506 Maffei 2500 1907 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MCCi 14507 Maffei 2523 1907 B'2'-h2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.

Unter der Gattungsbezeichnung MBCL beschaffte die Königlich Bayerische Staats-Eisenbahnen zwischen 1907 und 1909 neun zweiachsige Triebwagen und 25 Beiwagen nach dem Muster damals üblicher Überlandstraßenbahnen für die gemeinschaftlich mit der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) betriebenen grenzüberschreitenden Strecke Berchtesgaden – Hangender Stein (bzw. deren auf österreichischem Gebiet bis nach Salzburg reichenden Fortsetzung) sowie die Strecke Berchtesgaden - Königssee. Die SETG hatte dazu baugleiche Fahrzeuge beschafft, deren elektrische Ausrüstung allerdings aus Österreich stammte. Die Strecken wurden mit 1000 V Gleichstrom betrieben (nach anderer Quelle mit 800 V). Den Fahrzeugen folgte 1908 noch der Gepäcktriebwagen MPL 1501.

Äußerlich waren die bayrischen Wagen durch die grün-beige Lackierung von den rot-beigen Schwestern aus Österreich zu unterscheiden. Anfangs wurden die Fahrzeuge noch mit Mittelpufferkupplung ausgestattet, die später durch reguläre Zug- und Stoßvorrichtungen ausgetauscht wurden. Sie wurden 1920 in den Bestand der DR übernommen und erhielten 1923 die neuen Nummern München 501 bis München 509 und München 601.

Fahrzeugnummer Hersteller Fabriknummer Baujahr Bauart        
10 Fahrzeuge
MBCL 101 MAN ? 1907 Bo-el Es liegen 4 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
MBCL 102 MAN ? 1907 Bo-el Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
MBCL 103 MAN ? 1907 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 104 MAN ? 1908 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 105 MAN ? 1908 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 106 MAN ? 1908 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 107 MAN ? 1909 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 108 MAN ? 1909 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
MBCL 109 MAN ? 1909 Bo-el
MPL 1501 MAN ? 1908 Bo-el Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.