Offene Fragen

Hier sind Fragen aufgelistet, auf die wir bislang keine Antwort fanden. Kann hier ein Leser helfen? Über eine Nachricht per E-Mail an triebwagenarchiv@gmail.com freuen wir uns sehr!

Die Sache mit den Musterblattbezeichnungen

In den 1920er-Jahren übernahm die DRG von den Preußischen Staatseisenbahnen weitgehend das System der Musterblattzeichnungen, um ihren unübersichtlichen Wagenpark, zu dem damals auch die Triebwagen gehörten, zu sortieren und katalogisieren. Im Regelfall waren diese Bezeichnungen eine Kombination aus Hauptgattungszeichen, Nebengattungszeichen und dem mit einem Bindestrich angehängten Kürzel des Konstruktionsjahres. Diese Bezeichnungen werden auch aus Übersichtlichkeitsgründen beim triebswagenarchiv.de verwendet, wobei wir uns hier aus technischen Gründen auf die erste vergebene Bezeichnung beschränken müssen. Uns ist natürlich bewusst, dass ich 1928 vor allem durch die Abschaffung der 4. Wagenklasse umfangreiche Bezeichnungsänderungen ergeben haben.

Im Regelfall sind diese Musterblattbezeichnungen (die übrigens in der Eisenbahnfachliteratur von Autor zu Autor unterschiedlich bezeichnet werden) recht gut dokumentiert. Leider gibt es aber immer noch einige Lücken bei Fahrzeugen, von der wir es nicht genau wissen. Vielleicht gibt es aber Leser, die hier Informationen haben, die wir bislang übersehen haben oder uns noch gar nicht bekannt sind:

  • Die exakten Bezeichnungen der DRG/DRB-Dampftriebwagen 57 und 58 fehlen bislang noch.
  • Der 1935 ausgelieferte elT 1217 (der spätere ET 65 017) wurde versuchsweise mit einer anderen Motorisierung und deutlich hinter der 1. Bauserie von 1933 ausgeliefert. Trägt er eine eigene Musterblattbezeichnung?
  • Sowohl ein Endtriebwagen als auch die Mitteltriebwagen der dreiteiligen Fernverkehrstriebwagen 1301-1313 (später ET 31) tragen unseren Informationen zufolge die Musterblattbezeichnung BC4üelT-35. Kann das richtig sein? Müssten nicht Mittelwagen und Endwagen jeweils unterschiedliche Bezeichnungen tragen?
  • Sind Musterblattbezeichnungen der alten Wechselstrom-Vororttriebwagen der Hamburger S-Bahn (ET 99) bekannt?
  • Für die Doppeltriebwagen der Reihe ET 25 sind uns die Musterblattbezeichnungen CPw4iütrelT-34 + BC4iüelT-34 genannt worden. Das kann aber nur für einen Teil der Fahrzeuge zutreffen. Die Münchener Triebwagen mit ausschließlich 3. Wagenklsse besaßen keine Stirnwandübergänge, so dass diese korrekterweise als CPw4ütrelT + C4üelT eingereiht werden müssen. Hat jemand dazu weitergehende Informationen oder kennt gar die entsprechende Musterblattzeichnung?
  • Auch bei den drei ET 11 kennen wir die genaue Musterblattbezeichnung nicht.

Das Rätsel um den ES 85 102

Es ist nicht genau geklärt, aus welchem Steuerwagen der ES 85 102 um 1960 entstand. Das EJ-Sonderheft über die Baureihe ET 85 nennt auf den Seiten 48 und 53 den Wagen ES 85 26 als Ursprungsfahrzeug. Dieses Fahrzeug wird aber im gleichen Heft auf Seite 24 als Kriegsverlust genannt (ausgebrannt am 09.03.1943). Ulrich Budde nennt in diesem DSO-Faden (https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,3410484,3410484#msg-3410484) den ES 85 20 als Spenderfahrzeug. In Frage käme eventuell auch ES 85 22, dessen Verbleib nach 1941 völlig ungeklärt ist.

Nummerierung der Baureihe 642

In den Fahrzeuglisten der DB fehlen die Triebwagen 642 150 bis 155 und 236, weil diese Fahrzeuge offenbar für die Kahlgrundbahn vorgesehen wurden. Die Fabriknummern für den 642 150/650 als letztes Fahrzeug der 2. Bauserie (92032 / 92182) scheint aber nie vergeben worden zu sein?

 

Klaus Hentschel schrieb dazu (danke!):

Hinter 642 300 verbirgt sich der nicht von der DB AG überommene 642 236, dessen Nummer ja nicht vergeben wurde. Warum SIEMENS für diesen VT die "aus der Reihe laufende" Fabriknummer vergeben hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Stadtbahnwagen mit NVR-Nummern

In einigen Ballungsgebieten hat sich mittlerweile ein Mischbetrieb durchgesetzt, bei dem Stadtbahnwagen auf Eisenbahnstrecken verkehren und hier einen S-Bahn-artigen Verkehr anbieten. Vorreiter dieses Modells war bekanntlich Karlsruhe.

Die EBO-zugelassenen Fahrzeuge haben im Regelfall auch eine NVR-Nummer erhalten. Und da gehen, als Nicht-Ortsansässiger, die Probleme los, denn über diese Fahrzeuge gibt es im Netz nur wenig hochauflösende Bilder, auf denen man Anschriften erkennen kann.

  • Die Fahrzeuge der Karlsruher S-Bahn werden als 94 80 0450 bezeichnet, aber gesichert ist das nur für die vier DB-Wagen. Wie sieht es bei den KVV- und AVG-Fahrzeugen aus? Besitzt eine Garnitur eine durchgehende Nummer, oder wird der Mittelwagen gar als 94 80 0850 und der zweite Endwagen mit einer anderen Nummer bezeichnet?
  • Die Fahrzeuge der RBK Regionalbahn Kassel GmbH besitzen die NVR-Nummern 94 80 0452 und 95 80 0689. Auch hier die gleiche Frage: Besitzt eine Garnitur eine durchgehende Nummer, oder wird der Mittelwagen gar als 94 80 0852 oder 95 80 0989 und der zweite Endwagen mit einer anderen Nummer bezeichnet?

 Hierzu erhielten wir die Antwort von D. Römhild - danke!:

Die Fahrzeuge der Karlsruher S-Bahn haben eine einzige NVR Nummer für den kompletten Zug. Angeschrieben ist sie bei den GT8-100C aber nur bei 450 001-005 (also den DB Wagen). Die GT8-100D (AVG 837-922) hingegen haben angeschriebene NVR Nummern, ebenso die Flexity Swift (AVG 923-985), aber ohne Halterkürzel.
 
Bei den Fahrzeugen der RBK Regionalbahn Kassel GmbH hat jeder Wagenteil eine eigene NVR Nummer. Der C-Teil ist der Mittelteil. A+B die Endwagen, obwohl die NVR Nummern etwas anderes vermuten lassen.
 
A = 94 80 0452 707-3 bzw. 94 80 0689 754-0
C = 94 80 0452 507-7 bzw. 94 80 0689 554-4
B = 94 80 0852 707-9 bzw. 94 80 0989 754-7
 

Die »SVT« der DB und ihre Umzeichnung

Trotz intensiver Suche in der Fachliteratur habe ich bislang nicht feststellen können, zu welchem Zeitpunkt die DB die Bezeichnung »SVT« bei den Fahrzeugen der Reihen VT 04 und VT 06 aufgegeben hat. Die Triebzüge dieser Bauart wurden 1947 im Rahmen des vom EZA München ausgegebenen Nummernplans als SVT 04 und SVT 06 bezeichnet und ähnlich wie zu DRG/DRB-Zeiten mit den Präfix a, b und c für die jeweiligen Zugteile aufgeteilt.

Ungefähr ab 1952/53 wurde die Bezeichnung aber geändert. Das »SVT« wurde auf das bekannte »VT« reduziert. Durch die gerade bei VT 08, ET 56 und ET 171 eingeführte neue Begrifflichkeit eines Mittelwagens (VM, EM) wurden die Mittelwagen des VT 06 nun folgerichtig auch als VM 06 geführt. Etwa zeitgleich wurde bei den Schnelltriebwagen auch die DB-übliche purpurrote Farbgebung eingeführt.

Daraus resultiert die Frage: Ist einem Leser bekannt, zu welchem Zeitpunkt genau die DB die Änderung dieser Bezeichnungen verfügte?

LVT-Verbleibe in Rumänien

Zwischen 2002 und 2005 erwarben die CFR in Rumänien insgesamt 58 Triebwagen der Baureihen 771/772 sowie 38 Steuerwagen der Baureihen 971.6/972 von der Usedomer Bäderbahn (UBB) und DB Regio. Immerhin 48 Pärchen sind in Rumänien unter der neuen Baureihenbezeichnung 79 in den Dienst zurückgekehrt. Dazu baute die CFR aus zehn Triebwagen die Maschinenanlage aus und verwendete diese als Steuerwagen.

Leider sind bislang nicht alle neuen CFR-Nummern bekannt. Für die Triebwagen 772 008, 109, 119, 144, 146, 165, 316, 368, 402 und 405 sowie die Steuerwagen 972 608, 709, 717, 719, 720, 728, 738, 739, 755, 758, 759, 761 und 768 fehlen diese Infos. Für die Triebwagen kommen die Nummern 79-0133 bis -0138 in Frage, für die übrigen Trieb- und Steuerwagen die Nummern 79-0525 bis -0528 und -0531 bis -0538.