Triebwagentypen der Wismarer Waggonfabrik

Seit 1893 werden in Wismar Güter- und Personenwagen gebaut, seit 1906 unter der Bezeichnung »Waggonfabrik GmbH Wismar«, ab 1911 als »Wagenbau-AG Wismar«. 1917 wurde das Werk ein Betriebsteil der »Eisenbahn-Verkehrsmittel-AG« und firmierte offiziell unter dem Kürzel EVA, wobei in Anzeigen weiterhin regelmäßig der Zusatz »Waggonfabrik Wismar i.Meckl.« zu lesen war. Ab 1936 wurde das Werk wieder als selbständige Aktiengesellschaft unter der Bezeichnung »Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG« geführt.

Unter dem EVA-Dach entstanden ab 1924 in Zusammenarbeit mit Maybach nach einem Versuchsfahrzeug (der von der DRG übernommene 851) insgesamt 19 schwere vierachsige Dieseltriebwagen (»Rohöl-Motor-Triebwagen EVA-Maybach«) für die DRG (Nummernreihe 852 bis 861, 866 bis 876, 10 001 bis 10 003). 1932 folgten ihnen noch drei dieselelektrische vierachsige Eiltriebwagen (BC4ivT-30, 872-874) und zwei dieselmechanische Vierachser nach WUMAG-Konstruktionszeichnungen (BC4vT-31, 875, 876) sowie einige Wagen für den Export.

Unter den Waggonbaufirmen, die sich in den 1930er-Jahren für den Bau von leichten Motortriebwagen für Privatbahnen engagiert haben, ist die Waggonfabrik Wismar die populärste und im Hinblick auf die gefertigten Stückzahlen auch erfolgreichste. Maßgeblichen Anteil dürfte die Konstruktion des Schienenbusses des Typs »Hannover« haben, den Wismar 1932 für das Landeskleinbahnamt der Provinz Hannover entwickelte und der heute als »Wismarer Schienenbus« (oder volkstümlich-romantisierend »Ameisenbär«, »Schweineschnäuzchen« etc.) bekannt und beliebt ist. Dieser zweiachsige Triebwagen wurde mit der Maßgabe einer maximalen Kosteneinsparung durch zwei separat am Wagenkasten angebrachte Lkw-Vergasermotoren angetrieben, von denen immer (zur Einsparung eines Wendegetriebes) der jeweils in Fahrtrichtung vordere arbeitet. Diese Fahrzeuge wurden im Laufe der 1930er-Jahre in mehreren Abmessungen und Ausführungen für Schmalspur- und Normalspurbahnen hergestellt. Gebaut wurden insgesamt beachtliche 57 Exemplare.

Für weitere Privatbahnen stellte Wismar bis 1941 auch zahlreiche weitere Dieseltriebwagen her, die ihre Typenbezeichnung regelmäßig nach dem Erstbesteller erhielten. In den nachfolgenden Fahrzeuglisten greifen wir diese Bezeichnungen auf und sortieren die Fahrzeuge entsprechend.

Das Fabriknummernsystem bei Wismar ging nicht streng chronologisch vor. Für die Leichttriebwagen hielt Wismar zunächst die Nummerngruppe 20201 bis 20300 offen, ab 1938 erhielten die Fahrzeuge dann Nummern ab 21101.

Hannover

Zwischen 1932 und 1941 baute die Waggonfabrik Wismar unter der Bauartbezeichnung »Hannover« insgesamt 57 Trieb- und zwei Beiwagen für Normalspur- und Schmalspurstrecken. Sie waren der erste erfolgreiche Versuch, durch konsequenten Einsatz von Fahrzeugteilen aus Großserien für Straßenfahrzeuge die Herstellungskosten so gering wie möglich zu halten, ohne gleichzeitig auf komfortablen und zuverlässigen Einsatz zu verzichten. Dadurch wurden die Fahrzeuge auch für wirtschaftlich schwächer aufgestellte Bahnverwaltungen attraktiv.

Die Waggonfabrik Wismar typisierte ihre Hannover-Schienenbusse nachträglich mit einem System von »Typ A« bis »Typ E«, das aber nicht ganz stringent eingehalten wurde. Wir halten uns deshalb in den nachfolgenden Fahrzeuglisten an die von Dr. Rolf Löttgers in seinem 2018 erschienenen EK-Special 129 »Wismarer Schienenbus« vorgenommene Typisierung:

Typ 1 »Rechteckig, kurz und schmal«: Achsstand 4,0 m - Wagenkastenlänge 7,24 m

Diese erste Variante des »Hannover«-Schienenbusses für Normalspur besaß noch den rechteckigen Grundriss und war 2.430 mm breit. Der Fahrgastraum hatte drei Abteile und bot im Regelfall 24 Sitzplätze (+ 14 Klappsitze). Die Dachhöhe betrug 2.740 mm über Schienenoberkante, bei späteren Lieferungen 2.865 mm. Die Wagen 20201 und 20216 wurden mit Klapptüren ausgeliefert, die übrigen Fahrzeuge erhielten Schiebetüren und dadurch eine andere Fensteranordnung im Einstiegsbereich.

Ganz aus der Reihe fallen die beiden SAAR-Triebwagen 81 und 82 (20223 und 20224), die als Gütertriebwagen konzipiert wurden und eine Breite von 2.900 mm einnahmen. Sie erhielten für den Stückgut- und Expressfracht-Verkehr extra breite Einstiegstüren.

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart      
17 Fahrzeuge
20201 LS SK 1 1932 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20203 LSE T 1 1933 AA-bm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
20206 WEH SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20207 WEH SK 2 1933 AA-bm Es liegen Revisionsdaten vor.
20208 VWE SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20209 SAAR 71 1933 CvT-33b AA-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20210 SAAR 72 1933 CvT-33b AA-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
20211 Klb LB SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20212 KAB SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20213 KBH SK 1 1933 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20214 BE SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20215 AEE T 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20216 WZTE SK 1 1933 AA-bm Es liegen 6 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20217 OSE SK 1 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20220 MHE SK 1 1933 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20223 SAAR 81 1934 GCvT-33 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20224 SAAR 82 1934 GCvT-33 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.

Typ 2 »Achteckig, kurz und breit«: Achsstand 3,5 und 4,0 m - Wagenkastenlänge 7,24 m

Ab Ende 1933 kamen auch Schienenbusse zur Auslieferung, bei denen der Wagenkasten im Fahrgastbereich auf 2.900 mm verbreitert wurde, die sich aber zu den Fahrzeugenden auf den schmaleren Grundriss des Typs 1 verjüngten. Dadurch konnte die Sitzplatzzahl auf 30 (+ 16 Klappsitze) erhöht werden. Die Rahmenlängen unterschieden sich, je nachdem ob Ford-AA-Motoren oder Ford-BB-Motoren verbaut wurden. Die beiden Wagen für die Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn (20219 und 20231) hatten nur einen Achsstand von 3.500 mm. Die Dachhöhe betrug 2.865 mm über Schienenoberkante, teilweise sogar 2.965 mm. Alle Wagen wurden mit Schiebetüren ausgeliefert, mit Ausnahme des EFE 121 (20219) mit Klapptüren.

Die WZTE-Wagen und KDH-Wagen (20230, 20252, 20256, 20257) sowie der T 2 der Bleckeder Kleinbahn wurden mit Toiletten ausgestattet.

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart        
11 Fahrzeuge
20219 EFE 121 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20221 RaKB T 10 1933 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20229 NLE 1021 Tl 1934 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20230 WZTE T 2 1934 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20231 EFE 122 1934 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20232 NLE 1022 Tl 1934 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20244 CSM T 21 1934 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20252 WZTE T 3 1935 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20256 KDH T 1 1935 AA-bm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20257 DHE T 2 1935 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20258 Klb LB T 2 1936 AA-dm Es liegen 11 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.

Typ 3 »Achteckig, lang und breit«: Achsstand 4,4 und 6,0 m - Wagenkastenlänge 8,64 m

Hauptmerkmal des dritten Typs ist die Ausführung mit vier Seitenfenstern im Fahrgastbereich, verbunden mit einer größeren Gesamtlänge des Fahrzeugs und eines Achsstands von 4.400 mm Länge. Auch diese Wagen sind im Fahrgastbereich 2.900 mm breit, der Wagenkasten verjüngt sich zu den Enden auf 2.430 mm. Die Höhe von Schienenoberkante bis Dachscheitel beträgt 2.965 mm. Die Wagen boten 40 Sitzplätze (+ 16 Klappsitze).

Ausnahmen:gibt es auch hier: Die schon 1934 ausgelieferten SAAR-Schienenbusse  73 bis 76 (20225 bis 20228) haben einen Achsstand von 6.000 mm und wurden mit Deutz-Dieselmotoren ausgeliefert – dies bedingte wiederum andere Abmessungen des Motorvorbaus. Der B.Th.E. 2 (20268) besitzt abweichend 900 mm durchmessende Radsätze.

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart      
15 Fahrzeuge
20225 SAAR 73 1934 CvT-34 AA-dm Es liegen 3 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
20226 SAAR 74 1934 CvT-34 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20227 SAAR 75 1934 CvT-34 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20228 SAAR 76 1934 CvT-34 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20255 Lignose T 1 1935 AA-bm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20266 KMT 1 1936 AA-bm
20268 B.Th. 2 1936 AA-bm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20269 NKB 1 1936 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20278 IW 1 1937 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20299 WEH T 3 1937 AA-bm Es liegen 15 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
21105 KMT 2 1938 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21111 DKB T 1 1938 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21114 BE T 1 1938 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21142 PK T 03 1940 AA-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21149 DKB T 2 1941 AA-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.

Schmalspur (750, 785, 900, 1000 mm)

Insgesamt hat Wismar 13 Schmalspur-Schienenbusse der Bauart »Hannover« gebaut. Die Variantenvielfalt ist unter diesen vergleichsweise wenigen Fahrzeugen recht beachtlich. Sieben Fahrzeuge wurden von den oben genannten Normalspurtypen abgeleitet, während sechs speziell für die Anforderungen des Bestellers neu konstruiert wurden. Dabei varrierte die Wagenkastenbreite zwischen 2.100 mm und 2.430 mm Breite. Neben den dreifenstrigen Wagen gab es auch hier die längere vierfenstrige Version (zum Beispiel der Borkumer T 1 (21145)).

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart      
13 Fahrzeuge
20202 St.M.B. SK 1 1932 AA-bm Es liegen 3 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20204 LAW SK 1 1933 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20251 LAW SK 3 1935 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20254 RLM 1935 AA-bm Es liegen 7 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20265 HSA T 2 1936 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20274 RLK 1 1937 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20300 RLM 1937 AA-dm Es liegen 4 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21106 RSE T 3 1938 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21108 Kreisb. Cloppenburg T 1 1938 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21117 OWPK T 2 1939 AA-bm Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21118 OWPK T 1 1939 AA-bm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21123 RLM 1939 AA-dm Es liegen 8 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21145 BKuD T 1 1940 AA-dm Es liegen 39 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.

Frankfurt

Für Schmalspurbahnen, denen ein »Hannover« zu klein war, entstand ab 1933 ein vierachsiger Drehgestelltriebwagen, bei dem der Antriebsmotor bei den ersten drei Fahrzeugen auf dem Triebdrehgestell sitzend im Wageninneren untergebracht wurde, bei den ab 1935 gebauten Fahrzeugen dann unterflurig in einem Kasten am Rahmen aufgehängt. Bis 1941 wurden zwölf Fahrzeuge gebaut, die man grob in drei Gruppen aufteilen konnte: Die Typen A und B mit 12.280 mm langem Wagenkasten und 125-PS-Motor, außerdem die mit 10.200 Wagenkastenlänge deutlich kürzeren Fahrzeuge des Typs C und Motorisierung mit dem OM 67 (95 PS). Je nach Ausstattung hatten die Wagen zwischen 45 und 53 Sitzplätze. Deutliche Unterschiede zu den übrigen Wagen besitzen die beiden MEG-Triebwagen, die sich durch die stark eingezogenen Fahrzeugenden an den anderen Triebwagenlieferungen dieser Bahn orientieren.

»Namensgeber« war die Verwaltung der Vereinigten Kleinbahnen AG und der Deutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Frankfurt (Main), für die Fahrzeuge an die Euskirchener und Geilenkirchener Kreisbahn geliefert wurden. Von den zwölf Wagen sind immerhin fünf erhalten, wenngleich viele über die Jahrzehnte stark umgebaut wurden.

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Fahrzeugtyp Bauart      
12 Fahrzeuge
20222 EPG T 1 1933 Frankfurt C B'2'-dm Es liegen 41 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20233 Br.-T. Tr. 1 1934 Frankfurt C B'2'-dm Es liegen Revisionsdaten vor.
20243 LAW SK 2 1934 Frankfurt C B'2'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20249 HSA T 1 1935 Frankfurt A (1A)'(A1)'-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20253 Br.-T. Tr. 2 1935 Frankfurt C B'2'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20259 St.M.B. T 2 1936 Frankfurt B B'2'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20264 GKB VT 100 1936 Frankfurt A (1A)'(A1)'-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20270 Br.-T. Tr. 3 1937 Frankfurt B B'2'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20279 BHK T 1 1937 Frankfurt A (1A)'(A1)'-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
21110 MEG T 12 1938 Frankfurt B'B'-dm Es liegen 4 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21124 RK T 1 1939 Frankfurt B ?-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21148 MEG T 13 1941 Frankfurt B'B'-dm Es liegen 6 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.

Mosel

Beim Triebwagen des Typs »Mosel« handelt es sich um einen vierachsigen dieselmechanischen Fahrzeug mit einem 15.500 mm langen Wagenkasten, der für normalspurige Bahnen entwickelt und zwischen 1936 und 1940 elfmal gebaut wurde (andere Quellen berichten von zwölf Fahrzeugen). Die Typenbezeichnung geht auf den ersten Besteller, die Moselbahn-AG, zurück. Die Wagen wurden mit je zwei unterflurig angeordneten Deutz-Motoren A6M 317 oder 417 und Mylius-Getrieben ausgerüstet. Insgesamt wurden 83 Sitz- und 50 Stehplätze geboten. Der Einstieg erfolgte über jeweils eine Schiebetür am Wagenende.

Nur eines dieser Fahrzeuge ist erhalten geblieben.

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart      
11 Fahrzeuge
20267 Moselbahn T 1 1936 (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20276 Moselbahn T 2 1937 (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20277 Moselbahn T 3 1937 (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20301 NHS T 2 1938 (1A)'(A1)'-dm Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21101 CSM T 24 1938 (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21115 RStE T 1041 1938 (1A)'(A1)'-dm Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21122 KOE 1939 (1A)'(A1)'-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21128 PK 04 1939 (1A)'(A1)'-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
21129 OHKB Tw 5 1939 (1A)'(A1)'-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21130 OHKB Tw 6 1939 (1A)'(A1)'-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21146 ObB 105 1940 (1A)'(A1)'-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.

Weitere Typen

Neben den Typen »Hannover«, »Frankfurt« und »Mosel« entstanden in Wismar zwischen 1932 und 1940 auch noch mehrere andere Bauarten, die nur in geringer Stückzahl gebaut wurden, teilweise sogar nur Einzelstücke blieben. Neben mehreren Fahrzeugen für Normalspur (»Lüneburg-Soltau«, »Lübeck«, »Niederbarnim«, »Lüneburg«) waren darunter auch mehrere Fahrzeugtypen für 750 mm, 785 mm (Rhein-Sieg) und 1000 mm Schmalspur (Friesland). Besonders herausragend sind dabei die beiden dieselelektrischen Schlepptriebwagen für die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn (NWE).

Auf eine tiefergehende Beschreibung der einzelnen Typen müssen wir an dieser Stelle verzichten. Zu einzelnen Fahrzeugen, so zum Beispiel den beiden NWE-Triebwagen, ist uns auch noch nicht genaue Typenbezeichnung bekannt (»Harz«?). Hier würden wir uns über weitere Informationen von kundigen Lesern sehr interessieren!

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Fahrzeugtyp Bauart      
19 Fahrzeuge
20200 ST.T.E.G. 1932 ? Bo'2'-de Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20234 RSE T 1 1934 ? (1A)'(A1)'-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
20235 LS T 2 1934 Lüneburg-Soltau A1-dm Es liegen 12 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
20236 ELE 1001 1934 Lübeck A1-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20245 B.Th.E. T 51 1934 Lübeck A1-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20280 NbE T 4 1937 Niederbarnim (1A)'(A1)'-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
? LAW SK 4 1937 Friesland A1-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21102 BOE T 2 1938 ? A1-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21103 RSE T 2 1938 Rhein-Sieg (1A)'(A1)'-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
21107 RSE T 4 1938 Rhein-Sieg (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21109 LS T 3 1938 Lüneburg AA-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21112 Klb LB T 3 1938 Lüneburg AA-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
21113 KWOe T 3 1938 Lüneburg AA-dm Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21126 PyK 1939 ? 1A-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21131 NWE T 2 1939 ? Bo'Bo'-de Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21132 NWE T 3 1939 ? Bo'Bo'-de Es liegen 4 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
21143 H.B.E. VT 4 1940 ? B-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21144 Steinhelle-Medebach 1 1939 Rhein-Sieg (1A)'(A1)'-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21147 RSE T 5 1939 Rhein-Sieg (1A)'(A1)'-dm Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.

Beiwagen

Schon frühzeitig bot die Waggonfabrik Wismar für ihre Triebwagen auch passende Beiwagen an, doch hielt sich das Interesse der Bahnverwaltungen in sehr überschaubarem Rahmen. Dies lag auch daran, dass die Hannover-Schienenbusse, die einen beträchtlichen Teil des Portfolios ausmachten, als  reine Solofahrzeuge ausgelegt waren. Bis auf einen einzigen Personen-Anhänger für den Fliegerhorst List (20262) und einen Gepäckanhänger für die OWPK (21116) wurden keine Beiwagen für die Schienenbusse beschafft. Nach Unfällen entstanden hingegen aus mehreren Schienenbussen nachträglich Beiwagen (z.B. 20204).

1937/38 und 1940 beschaffte sowohl die normalspurige Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn-AG als auch die Niederbarnimer Eisenbahn-AG insgesamt mindestens zwölf Beiwagen in unterschiedlicher Länge und Ausstattung. Auch die Bleckeder Kleinbahn und die Kleinbahn Lünburg-Soltau erhielten jeweils einen Beiwagen. Vermutlich sind das nicht alle Beiwagenlieferungen, die in Wismar aus den Werkhallen liefen – auf weiterführende Hinweise von kundigen Lesern freuen wir uns!

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart      
17 Fahrzeuge
20262 Fliegerhorst List A 1 1936 2 Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
? H.B.E. VB 1203 1937 BCv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20282 H.B.E. VB 1202 1937 BCv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20283 H.B.E. VB 1212 1937 Cv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
20284 H.B.E. VB 1221 1937 CPwv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21104 H.B.E. VB 1211 1938 Cv 2 Es liegen 2 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21116 OWPK 1939 2 Es liegen Revisionsdaten vor. Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21120 LS 1939 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21135 NbE 254 1940 Civ 2 Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21136 NbE 255 1940 Civ 2 Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
21137 NbE 256 1940 Civ 2 Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21138 NbE 257 1940 Civ 2 Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
? NbE 252 1940 CPostiv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21140 NbE 253 1940 CPostiv 2 Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
21141 NbE 251 1940 CPwiv 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
? H.B.E. VS 1220 1940 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
21212 Klb LB TA 1 1939 2 Es liegen 1 Fotos dieses Fahrzeugs vor.

Text: © Malte Werning