Triebwagentypen der MAN

Die traditionsreiche Maschinenbau-Aktiengesellschaft Nürnberg trat schon sehr früh als führender Waggonbauhersteller im süddeutschen Raum auf. Schon ab 1851 wurden in Nürnberg als Eisengießerei Klett & Comp. Schienenfahrzeuge gefertigt. 1898 tat sich das Unternehmen mit der Maschinenfabrik Augsburg zusammen, aus der dann die »Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinenbauges. Nürnberg AG« entstand. Unter den Fahrzeugen, die die Werkhallen verließen, befanden sich auch zahlreiche Straßenbahnfahrzeuge und Wagen für die Bayerische Staatsbahn. Von 1899 bis 1906 fertigte MAN elektrische Triebwagen für die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) in München. Zwischen 1907 und 1910 lieferte MAN auch die elektrischen Lokalbahntriebwagen für die gemeinschaftlich mit der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) betriebenen grenzüberschreitenden Strecken Berchtesgaden – Hangender Stein (bzw. deren auf österreichischem Gebiet bis nach Salzburg reichenden Fortsetzung) sowie Berchtesgaden - Königssee.

Zwischen 1927 und 1937 baute MAN zahlreiche Elektro- und Dieseltriebwagen für die Deutsche Reichsbahn, darunter einige der elektrischen Vororttriebwagen für München (später ET 85 und ES 85). Ab 1934 entwickelte MAN gemeinsam mit der Maschinenfabrik Esslingen und dem Reichsbahnzentralamt München den typischen Look der Einheits-Nebenbahndieseltriebwagen (135 061 ff.) und der elektrischen Einheits-Doppeltriebwagen (1731 ff., 1801 ff.).

Für Privatbahnen fertigte MAN vor dem Zweiten Weltkrieg neben den bereits erwähnten LAG-Fahrzeugen nur eine Handvoll weiterer Dieseltriebwagen an. 1935 entstanden drei dieselmechanische Zweiachser mit einer Länge von 12.950 mm, die über die seinerzeit noch typische kantige Form mit sich verjüngenden Wagenenden verfügten. Als Motoren wurden hauseigene MAN-W6V15/18-Sechszylinder-Viertaktmotoren verwendet, die über ein mechanisches TAG-Getriebe rund 150 PS leisteten. Zwei der Triebwagen gingen an die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, ein weiterer an die Aktiengesellschaft Lokalbahn Lam–Kötzting. Auch zwei Vierachser wurden für die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn AG gebaut, die passend dazu auch zwei Beiwagen erhielt. Aus der Reihe fiel der meterspurige T 1 der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn gebaute dieselelektrische Schlepptriebwagen. Erst 1938 entstand der sehr große VT 3 der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn, im Jahr darauf folgte ein weiterer Zweiachser für die Lokalbahn Lam-Kötzting. Dieser basierte allerdings bereits völlig auf den Einheits-Zweiachserdieseltriebwagen für die DRG/DRB mit der gewölbten Stirmfront.

Weitere Triebwagen für deutsche Bahnen baute MAN erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit großem Erfolg wurde ab 1956 mit dem »MAN-Schienenbus« eine eigene Fahrzeugfamilie an zweiachsigen Nebenbahntriebwagen hergestellt, die bundewsweit Abnahmer fanden.

Zweiachsige Triebwagen

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart        
4 Fahrzeuge
127355 S.E.G. T 23 1935 A1-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
127356 S.E.G. T 22 1935 A1-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
127357 LLK VT 01 1935 A1-dm Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
128175 LLK VT 02 1939 A1-dm Es liegen 6 Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Revisionsdaten vor.

Vierachsige Triebwagen

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart        
4 Fahrzeuge
127395 BGE T 1 1935 (1A)'2’-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
127396 BGE T 2 1935 (1A)'2’-dm Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.
127399 NWE T 1 1935 C4vT Bo'Bo'-de Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
127541 H.B.E. VT 3 1938 B'2'-dh Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.

Beiwagen

Fabriknummer Betreiber Fahrzeugnummer Baujahr Gattung Bauart        
2 Fahrzeuge
127397 BGE B 1 1935 2 Es liegen 3 Fotos dieses Fahrzeugs vor.
127398 BGE B 2 1935 2 Der Verbleib dieses Fahrzeugs ist unbekannt.