602

602 003-6. Foto: H. Stradtmann
Für den Einsatz mit Gasturbine erhielten die Maschinenwagen der Baureihe 602 zusätzliche Lufteinsaugschlitze im Frontbereich (Bremen, 1975). Foto: H. Stradtmann

Die Baureihe 602 umfasst nur vier Triebköpfe, die 1971 durch Umbau aus den Maschinenwagen der Baureihe 601 entstanden. Dabei wurde zur Leistungserhöhung jeweils eine KHD-Gasturbine eingebaut, die die Motorleistung auf rund 2.200 PS anhob. Mit einem 602-Triebkopf sollte eine ansonsten unveränderte elfteilige 601-Garnitur in der Lage sein, dauerhaft mit der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h eingesetzt zu werden. Bei den konventionellen 601-Zügen war diese Geschwindigkeit auf kürzere Garnituren beschränkt, um die beiden Fahrmotoren mit jeweils 1.350 PS nicht zu überlasten.

Bereits 1970 wurde probehalber der Maschinenwagen 601 012-8 bei MAN in Nürnberg mit einer Zweiwellen-Gasturbine ausgerüstet. Durch die Turbine, die eine Weiterentwicklung des von Avco-Lycoming entwickelten Hubschrauberturbine T 55-L-11 darstellte, musste der Triebkopf auch äußerlich verändert werden und erhielt einen großen zusätzlichen Lufteinlassschlitz auf dem Dach des Motorvorbaus. Später wurden auch an den Seiten des Vorbaus zusätzliche Öffnungen angebracht und der Auspuff verändert. Drei weitere Maschinenwagen (601 010-2, 003-7 und 007-8) folgten bis 1973 nach.

Für die neuen Triebköpfe wurde die Baureihenbezeichnung 602 festgelegt. Der erste umgebaute Kopf wurde noch als 602 012-7 bezeichnet, die nachfolgenden Köpfe aber ab 602 001-0 neu durchnummeriert. Folgerichtig wurde auch der 602 012-7 daraufhin in 602 003-6 umgezeichnet. Ab Oktober 1973 wurden die vier Triebköpfe in Hamburg-Altona stationiert. Nach anfänglichen Problemen mit der Angleichssteuerung konnten erst ab 1975 Garnituren mit jeweils einem 601 und einem 602 an jedem Zugende gebildet werden.

Im Sommer 1978 enden die Planeinsätze der Gasturbinentriebköpfe, da sich die Sonderausrüstung einerseits als sehr störanfällig, andererseits als ausgesprochen unwirtschaftlich herausstellte. Zu neuen Hauptuntersuchungen kam es nicht, woraufhin die Triebköpfe im Laufe des Jahres 1979 ausgemustert wurden. Nach längerer Abstellzeit wurden 602 001-0002-8 und 004-4 in Penzberg zerlegt. Der Probetriebkopf 602 003-6 hingegen wurde 1984 für das Verkehrsmuseum Nürnberg äußerlich aufgearbeitet.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Nummer 602 012-7, die der spätere 602 003-6 nur für dreieinhalb Einsatzmonate trug, in der nachfolgenden Liste nicht aufgeführt.

Fahrzeugnummer Hersteller (mech.) Fabriknummer Baujahr Achsfolge | Bauart        
4 Fahrzeuge
602 001-0 MAN (Nürnberg) 143489 1957 B'2'-dh Es liegen Stationierungsangaben vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
602 002-8 MAN (Nürnberg) 143482 1957 B'2'-dh Es liegen Stationierungsangaben vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.
602 003-6 MAN (Nürnberg) 143491 1957 B'2'-dh Es liegen Fotos dieses Fahrzeugs vor. Es liegen Stationierungsangaben vor. Es liegen Revisionsdaten vor.
602 004-4 MAN (Nürnberg) 143486 1957 B'2'-dh Es liegen Stationierungsangaben vor. Es liegen Revisionsdaten vor. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.

Text: © Malte Werning

Quellen und Literatur

  • Dietz, Günther / Jauch, Peter: Deutsche Schnelltriebwagen – Vom "Fliegenden Hamburger" zum ET 403 der DB. Freiburg 2003.
  • Grantl, Franz Josef: baureihe601.de
  • Hinzmann, Martin: Europa erster Klasse. Der VT 11.5 der Deutschen Bundesbahn. In: Lok-Magazin 241 (2002).
  • Kenning, Ludger / Tempel, Norbert (Hrsg): DB-Triebwagen der 50er Jahre. Die Stromlinientriebwagen des deutschen Wirtschaftswunders. Münster 1986.
  • Koschinski , Konrad: VT 11.5, VT 18.16. Eisenbahn-Journal Sonderausgabe 4/2001. Fürstenfeldbruck 2001.
  • Stoffels, Wolfgang: Die Gasturbinen-Schnelltriebwagen Betriebs-Nr. 602 001-004 der Deutschen Bundesbahn. In: Lok-Magazin 68 (1974).