627

Zeitraster Triebwagen
1974-1993 DB 627
1994-2005 DB AG 627

Ende der 1960er-Jahre diskutierte die DB bereits über einen Nachfolger über die in großer Stückzahl gebauten Schienenbusse der Baureihen VT 95 und VT 98. Zu diesem Zeitpunkt lieferte die Waggonfabrik Uerdingen ein-, zwei- und mehrteilige Dieseltriebzüge eines einheitlichen Typs an verschiedene dänische Privatbahnen. Die mehrteiligen Wagen waren dabei kurzgekuppelt und besaßen Übergangsmöglichkeiten für die Fahrgäste. Die preiswerten Drehgestellfahrzeuge verwendeten zahlreiche Komponenten aus dem Lkw-Bau. Eine zweiteilige Garnitur aus VT und VS stellte der Hersteller daraufhin 1968/69 für Testfahrten zur Verfügung (791 001 + 991 601). Auf dessen Basis entwickelte das BZA München ab 1972 gemeinsam mit Uerdingen und MaK einen möglichen Schienenbusnachfolger für die DB.

Das Konzept sah dabei den Bau sowohl eines einteiligen Drehgestelltriebwagens (Baureihe 627) vor, als auch einer zweiteiligen Variante, die aus zwei kurzgekuppelten angetriebenen Einzelfahrzeugen (Baureihe 628) bestehen sollte. Jeder Wagen sollte mit dieselhydraulischer Kraftübertragung eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen können und damit auch deutlich hauptbahntauglicher sein als die bisherigen Schienenbusausführungen. Als deren Nachfolger diese Fahrzeuge einen bislang auf Nebenstrecken unbekannten Komfort bieten und gleichzeitig deren Betrieb durch Einmann-Bedienung deutlich wirtschaftlicher gestalten.

Die DB bestellte insgesamt 20 Prototypen bei der Industrie, bestehend aus acht Einteilern (627) und zwölf Zweiteilern (628). Die Fertigung der 627 übernahm MaK in Kiel, drei Wagen wurden von LHB gebaut. 627 001-005 erhielten dabei KHD-Motoren, 627 006-008 Daimler-Benz-Motoren mit jeweils auf 287 kW eingestellter Leistung. Mit Scharfenbergkupplungen sollte im Betrieb eine schnelle Ergänzung von Zuggarnituren möglich werden: Das Konzept sah vor, dass die zweiteiligen 628-Garnituren im Bedarfsfall einfach mit einteiligen 627 ergänzt werden konnte. Sie besaßen einen Großraum für die Fahrgäste, an den sich beidseitig die Vorräume mit Gepäckraum, Einstiegen und Führerständen anschlossen. Der als Stahlleichtbau ausgeführte Wagenkasten mit Sicken an den Seitenwänden und auf dem Dach ruhte auf zwei luftgefederten Drehgestellen der Bauart Wegmann. Erwähnenswert sind weiterhin die damals neuen Schwenkschiebetüren.

Wegen des relativ hohen Preises, aber in erster Linie wegen der ungeklärten Zukunft zahlreicher deutscher Nebenbahnen auf Grund der politischen Rahmenumstände, unterblieb der Bau einer Serie. Nach anfänglicher Erprobung der Wagen in Braunschweig und Kempten wurden die Triebwagen ab 1980 in Kempten zusammengezogen.

Nach langem Zögern wurde 1980/81 eine zweite Vorserie in „optimierter Ausführung“ bestellt, diesmal fünf 627 und nur drei 628. Die Fahrzeuge besaßen nun glatte Seitenwände und die Scharfenbergkupplung wich einer normalen Zug- und Stoßvorrichtung. Die Stirnfront wurde neu gestaltet und der Wagenkasten etwas verlängert. Die 1982 ausschließlich von MaK ausgelieferten 627 erhielten Daimler-Benz-Motoren mit wiederum 287 kW Leistung und die Nummern 627 101-105. Auch sie wurden in Kempten (Allgäu) stationiert. Die unterschiedlichen Kupplungssysteme der Fahrzeuge der ersten und zweiten Vorserie verhinderten gemeinsame Einsätze. Aus diesem Grund baute das AW Kassel in den Jahren 1984 und 1987 sämtliche 627.0 und 628.0 auf die üblichen Zug- und Stoßvorrichtungen um.

Zu einem weiteren Bau von 627 kam es nicht mehr, da sich die DB erst 1986 zur Serienbeschaffung entschied, allerdings nur noch in der zweiteiligen Variante.

1986 wurden 627 001-008 an das Bw Tübingen abgegeben, um den Nahverkehr auf der Strecke Hausach – Freudenstadt – Eutingen aufzuwerten, die 627 101-105 blieben weiterhin in Kempten stationiert.

1994 wurde alle 13 Triebwagen von der Deutschen Bahn AG übernommen. Übergang zur nächsten Epoche im Zeitraster.

Liste 627.0

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
MaK 519 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 001-1 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
MaK 520 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 002-9 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 62701 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 003-7   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Verbleib ist unbekannt
LHB 62702 1975 VT 627 BD 2'B'-dh 627 004-5   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 62703 1975 VT 627 BD 2'B'-dh 627 005-2   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
MaK 521 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 006-0 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
MaK 522 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 007-8 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
MaK 523 1974 VT 627 BD 2'B'-dh 627 008-6 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Verbleib ist unbekannt

Liste 627.1

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
MaK 524 1981 VT 627 BDy B'2'-dh 627 101-9 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
MaK 525 1981 VT 627 BDy B'2'-dh 627 102-7 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
MaK 526 1981 VT 627 BDy B'2'-dh 627 103-5 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
MaK 527 1981 VT 627 BDy B'2'-dh 627 104-3 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
MaK 528 1981 VT 627 BDy B'2'-dh 627 105-0 Foto(s) vorhanden Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden