Epoche III (1949-1970)

Dieser Abschnitt behandelt die Triebwagen der DR in den Jahren 1949-1970, in dem die DR das noch aus DRB-Zeiten stammende Nummernschema fortführte. Der Zeitraum 1970-1993 wird im Abschnitt Epoche IV behandelt.

Nummernschema

Die DR führte das von der DRB übernommene Nummernschema ohne Änderung weiter. Dies bedeutete, dass die Ende der 1930er-Jahre vorbereitete Nummernreform für Triebwagen, die 1941 bereits an den elektrischen Triebwagen vollzogen wurde, nicht mehr fortgeführt wurde. Obwohl der 1947 vom EZA München ausgearbeitete Umzeichnungsplan für Dieseltriebwagen auch die in der sowjetischen Besatzungszone verbliebenen Wagen umfasste, verzichtete man hier auf eine Umsetzung und verwendete die alten Nummern ohne Änderungen weiter. Gleiches galt für die wenigen Speichertriebwagen.

Dennoch änderte sich auch bei der DR der Status des Dieseltriebwagens: Die Triebwagen erhielten nach und nach den Zusatz »VT« vor ihrer Betriebsnummer (analog »AT« bei Akkutriebwagen, »VB« bei Beiwagen und »VS« bei Steuerwagen), den es bei der DRB lediglich als Gattungskennzeichen, nicht aber als Teil der Betriebsnummer gab. Ein genauer Zeitpunkt lässt sich hier aber nicht festmachen, vielmehr war dies offenbar ein schleichender Übergang. Das Gattungskennzeichen »VM«, das die DB einführte, wurde bei der DR nicht verwendet, diese Wagen wurden als feste Teile eines Triebzuges ebenfalls als »VT« geführt.

In der Konsequenz hieß das, dass die DR unter den Baureihenbezeichnungen VT 133 (zweiachsig, Benzinmotor), VT 135 (zweiachsig, Dieselmotor) und VT 137 (vier- oder mehrachsig) lediglich »Sammelbecken« für verschiedene konstruktive Merkmale schuf und so vor den gleichen Problemen stand, wie es die DRB hatte. Gleiches galt für Beiwagen. Die Situation verschärfte sich zwischen 1949 und 1952 noch dadurch, dass durch die Übernahme ehemaliger Privatbahnfahrzeuge eine große Zahl weiterer Exoten in den Fahrzeugpark gelangte, die ebenfalls - lediglich durch die genannten Kriterien unterschieden - in das vorhandene Nummernschema eingepasst werden mussten. Die DR löste diese Aufgabe, indem alle Neuzugänge Ordnungsnummern ab 501 ff erhielten. Analog wurde bei Bei- und Steuerwagen verfahren.

Allgemeine Entwicklung der Triebwagen

Die in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) verbliebenen Triebwagen der ehemaligen DRB gingen 1949 in den Bestand der DR über, der Staatsbahn der neugegründeten DDR. Dies waren vergleichsweise wenig Fahrzeuge, wobei auch einige schlesische Fahrzeuge während der Flucht Richtung Westen aus verschiedensten Gründen stehenblieben und bei der DR verblieben. Umgekehrt, befanden sich auch einige in den Niederlanden erbeutete Triebwagen in der SBZ wieder, die in den folgenden Jahren nur teilweise wieder an die Nederlandse Spoorwege zurückgegeben wurden.

Einen Großteil des Triebwagenparks der DR machten die elektrischen Gleichstromtriebwagen der Berliner S-Bahn aus, die konstruktiv an dieses Netz gebunden waren. Die übrigen elektrischen Triebwagen, vornehmlich ET 25, wurden mit dem Abbau der Oberleitung des mitteldeutschen E-Netzes als Reparationsleistung in die Sowjetunion abtransportiert, wobei ein kleiner Teil später wieder zurückkehrte.

Von den DRB-Dieseltriebwagen gelangten rund xx Züge in den Bestand der DR, wobei viele Fahrzeuge nach umfangreicher Aufarbeitung noch bis weit in die 1970er-Jahre im Einsatz standen. Die DR neigte dazu, die Wagen in einzelnen Betriebswerken wie z. B. Dresden-Pierschen zu konzentrieren.

Akkutriebwagen spielten im DR-Bestand eine gänzlich unterrepräsentierte Rolle.

Neben den ehemaligen DRB-Fahrzeugen erbte die DR mit der Übernahme nahezu sämtlicher Privatbahnen zwischen 1949 und 1952 auch einen sehr großen Anteil an konstruktiv völlig unterschiedlichen Triebwagen und Beiwagen, die meist nur als Einzelstücke existierten und die Werkstätten vor größte Herausforderungen stellten. Die meisten dieser Fahrzeuge blieben meist ihren angestammten Bahnen treu. Je nach Bewährung, überlebten viele dieser Wagen aber auch – teilweise ihrer Antriebe beraubt – bis weit in die 1990er-Jahre als Bahndienstfahrzeuge.

Bei dem Neubau von Triebfahrzeugen in der DDR fanden Triebwagen nur geringe Berücksichtigung. 1954 wurden aus Ungarn drei Schnelltriebwagen der neuen Baureihe VT 12.14 beschafft (Bauart »Ganz«), die sich aber nicht sonderlich bewährten. Als ein Erfolg kann der Serienbau der Leichtverbrennungstriebwagen der Reihe VT 2.09 ab 1957 gelten, die als Ersatz für ältere Triebwagen bzw. lokbespannte Reisezüge DDR-weite Verbreitung fanden. Als erfolglos muss der Versuch gewertet werden, ab 1959 zwei neue elektrische Züge auf der Basis noch vorhandener ET 25-Teile herzustellen. Beide Züge waren nur kurz im Einsatz. Einen gewissen Erfolg konnte die DR dagegen mit dem Schnelltriebwagen VT 18.16 verbuchen, der ab 1963 in acht Exemplaren gebaut wurde. Bei den VT 4.12 blieb es dagegen bei zwei Prototypen.

Und was soll das hier?

Mit der Übernahme der ehemaligen DRB-Triebwagen behielt die DR deren Nummernsystem im Wesentlichen bei, so dass es zunächst zu keinen Umzeichnungen kam. Das bedeutete, dass sowohl die 1941 noch zu DRB-Zeiten eingeführten Nummern für Elektrotriebwagen weiterhin galten, wie auch die noch nach dem Reisezugwagenschema eingereihten Dieseltriebwagen. Das in den westlichen Besatzungszonen 1947 eingeführte neue Schema für Dieseltriebwagen übernahm man in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) nicht.

Aber auch bei der DR wandelte sich das Verständnis des Dieseltriebwagens weg vom "selbstfahrenden Reisezugwagen" hin zur eigenen Triebfahrzeugart. Auch wenn die alten DRG/DRB-Nummern nicht verändert wurden, setzte die DR im Laufe der Jahre den Zusatz "VT" vor die Fahrzeugnummer, so dass sich die bisherigen Stammnummern 133, 135 und 137 zu festen Baureihenbezeichnungen entwickelten.

Während die von der DRB übernommenen Triebwagen ihre angestammten Nummern behielten, musste die DR auch eine größere Anzahl von Triebfahrzeugen verschiedener Privatbahnen einnummerieren, die zwischen 1949 und 1952 in "Volkes Hand" übergingen und fortan der DR zugehörten. Darunter befanden sich auch zahlreiche Dieseltriebwagen. Diese wurden in das bestehende Nummernsystem eingeführt, wobei grundsätzlich Ordnungsnummern ab 501ff vergeben wurden. Die "Feinaufteilung" wird in jedem Baureihenkapitel separat aufgelistet.

  • VT 137 500-510 benzin-mechan. Antrieb, Normalspur
  • VT 137 511-526 diesel-mechan. Antrieb, Normalspur (später bis 528)
  • VT 137 531-532 diesel-mechan. Antrieb, Schmalspur
  • VT 137 551-558 diesel-elektr. Antrieb, Normalspur (später bis 560)
  • VT 137 561-566 diesel-elektr. Antrieb, Schmalspur
  • VT 137 571 dieselhydraul. Antrieb, Normalspur