Mit der Einführung der computerlesbaren Triebfahrzeugnummern zum 1. Juni 1970 war der Bestand an Dieseltriebwagen bei der DR recht überschaubar.
Für die zu DDR-Zeiten im eigenen Land gebauten Dieseltriebwagen reservierte die DR die Baureihenbezeichnungen 171ff. Den Großteil stellten die zwischen 1957 und 1969 beschafften Leichttriebwagen VT 2.09 mitsamt der Beiwagen VB 2.07 und Steuerwagen VS 2.08 dar, für die fortan die Baureihenbezeichnungen 171 und 172 vorgesehen wurden. Die beiden zu diesem Zeitpunkt recht modernen Prototypen VT 4.12 wurden als Baureihe 173 eingereiht, während die Schnelltriebzüge der Bauart Görlitz als Baureihe 175 bezeichnet wurden.
Für die ungarischen Ganz-Triebzüge wurde hingegen die Bezeichnung 181 gewählt, während die noch aus den 1930er-Jahren stammenden DRB-Triebwagen unter den Baureihenbezeichnungen 182 bis 186 eingereiht wurden. Die Baureihe 187 wurde für Schmalspurtriebwagen reserviert, wobei es zu diesem Zeitpunkt aber nur noch zwei Fahrzeuge im Einsatzbestand gab. Für Bahndienstfahrzeuge wurde generell die Bezeichnung 188 vergeben.
In den 1970er-Jahren standen auch noch eine Reihe an Bei- und Steuerwagen aus der DRB-Zeit bzw. aus den Übernahmen von Privatbahnen im Einsatzbestand der DR, die oft als gewöhnliche Personenwagen verwendet wurden. Für die Zweiachser wurde die Bezeichnung 190 gewählt, für vierachsige Steuerwagen die Bezeichnung 195. Vierachsige Beiwagen wurden in die Baureihe 197 umgezeichnet. Nur kurzlebig waren auch noch Fahrzeuge, die als 191 und 199 eingereiht wurden.
Anders als die DB, nahm die DR keinerlei Rücksicht auf die bisherigen Fahrzeugbezeichnungen und vergab Ordnungsnummern konsequent und chronologisch ab 001. Für Mittelwagen wurden grundsätzlich Nummern ab 501 verwendet, für Steuerwagen ab 601 und für Beiwagen ab 801.
MWD