Im Jahre 1996 startete die Deutsche Bahn AG einen Pilotversuch zur Rationalisierung ihres Güterverkehrs. Unter dem Stichwort »CargoSprinter« bestellte die DB AG bei den Herstellern Talbot (Aachen) und Windhoff (Rheine) insgesamt sieben Gütertriebwagen, die als feste Einheit im Containerverkehr eingesetzt werden sollten. Dabei bestand ein Zug aus mehreren Zwischenflachwagen mit zwei motorisierten Endwagen und abschließenden Führerräumen. Nachdem die Versuchszüge anfänglich zunächst als Güterwagen eingereiht wurden, wurden sie 1998 mit regulären Triebfahrzeugnummern versehen. Die vier Windhoff-Züge erhielten die Baureihenbezeichnung 690, die drei Talbot-Züge die Baureihenbezeichnung 691.
Der »CargoSprinter« sollte einen durchgehenden, ungebrochenen Verkehr ermöglichen. Dazu sollten die einzelnen Triebwagen direkt am Startort beladen werden, selbständig zum nächsten Güterknoten fahren und sich dort über die automatische Zugkupplung und kontaktloser Daten- und Energieübertragung zu einem aus bis zu sieben Einheiten bestehenden Langzug vereinigen. An gemeinsamen Zielpunkten sollten die Einzeleinheiten individuell voneinander getrennt oder neu zusammengestellt werden. Wegen des Wegfalls großer Rangierbewegungen waren sie flexibler und mit maximal 120 km/h auch schneller als herkömmliche Güterzüge.
Die Windhoff-Triebwagen...
Das euphorisch begonnene Projekt wurde nach einem Testbetrieb 1997 zwischen Hamburg, Osnabrück, Hannover und Frankfurt (Main) bald wieder aufgegeben. Die Züge wurden angeblich zu teuer, es kam zu Ausfällen und nicht zuletzt zu logistischen Verkehrsproblemen im Rahmen der Vorbereitungen der damals in Hannover stattfindenden Expo-Weltausstellung 2000.
Die Züge wurden 1999 in Osnabrück arbeitslos abgestellt und 2004 ausgemustert. 690 001/501 wurden daraufhin zur Rheinisch-Westfälischen technischen Hochschule nach Aachen abgegeben, wo aus Teilen versuchsweise ein ferngesteuertes Güterzugprojekt entstand. Die übrigen drei Züge wurden an die Österreichischen Bundesbahnen verkauft, wo sie als Tunnelrettungszüge unter der Bezeichnung X 690 eingesetzt werden.
| Hersteller | Fabriknr. | Baujahr | Typ | urspr. Gattung | Bauart | Fahrzeugnr. | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Windhoff | 2445 | 1997 | 690 001-3 | |||||||
| Windhoff | 2447 | 1997 | 690 002-1 | |||||||
| Windhoff | 2449 | 1997 | 690 003-9 | |||||||
| Windhoff | 2451 | 1997 | 690 004-7 | |||||||
| Hersteller | Fabriknr. | Baujahr | Typ | urspr. Gattung | Bauart | Fahrzeugnr. | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Windhoff | 2446 | 1997 | 690 501-2 | ![]() |
||||||
| Windhoff | 2448 | 1997 | 690 502-0 | |||||||
| Windhoff | 2450 | 1997 | 690 503-8 | |||||||
| Windhoff | 2452 | 1997 | 690 504-6 | |||||||