Die Baureihe 402 umfasst die zweite Generation der ICE-Züge, die entsprechend als ICE 2 bezeichnet wird. Ihre Bestellung erfolgte im August 1993 noch zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn, die Auslieferung hingegen fand ab Mitte 1995 bis 1997 statt.
Der ICE 2 basiert technisch und optisch auf dem Vorgänger von 1990, wurde aber im Gegensatz zum ICE 1 als »Halbzug« konzipiert, der aus nur einem Triebkopf 402, sechs Mittelwagen (805, 806 und 807), und einem antriebslosen Steuerwagen 808 besteht. Im Gegensatz zum ICE 1 sind die ICE 2-Züge grundsätzlich kuppelbar, weswegen die Stirnfront von Triebkopf und Steuerwagen so umgestaltet wurde, dass nun hinter einer Bugklappe eine Scharfenbergkupplung versteckt wird. So können im Betrieb zwei ICE 2-Züge zeitsparend gekuppelt werden und bieten gemeinsam das Fassungsvermögen eines ICE 1-Vollzuges.
Das Halbzugprinzip wurde speziell für die 1998 eröffnete Neu- und Ausbaustrecke Hannover - Berlin als wirtschaftlich günstigere Lösung geplant, da hier die zu erwartende Zugauslastung keinen ICE 1-Einsatz rechtfertigte. Die Planungen sahen vor, dass die Halbzüge von Köln auf getrennten Laufwegen über das nördliche Ruhrgebiet (Düsseldorf - Duisburg - Essen - Dortmund) bzw. über Wuppertal - Hagen fahren und sich in Hamm (Westfalen) zu einem Vollzug vereinigen, der über Hannover die Neubaustrecke bis Berlin befährt. Alternativ wurden Zugteilungen in Hannover für Flügelzüge nach Bremen geplant. Unabhängig von diesen Planungen sollten die ICE 2 grundsätzlich mit den ICE 1 kompatibel sein, so dass Mittelwagen in beiden Zuggenerationen zum Einsatz kommen.
Geliefert wurden insgesamt 44 Züge, hinzu kommen zwei Reservetriebköpfe (402 045, 402 046) und ein Steuerwagen (808 045). Die Mittelwagen konnten, im Hinblick auf nur noch eine Antriebseinheit pro Zuggarnitur, um 5 t Masse erleichert werden. Aus der laufenden Serie wurden zudem zwei weitere Triebköpfe entnommen, die für Hochgeschwinigkeitsversuche und Messfahrten als 410 101 und 410 102 ausgeliefert wurden.