Als Baureihe 646 reiht die Deutsche Bahn AG die GTW-Gelenktriebzüge des schweizer Herstellers Stadler ein. Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise ungewöhnliche Konstruktion: Die dreiteiligen Züge bestehen aus einem sehr kurzen zweiachsigen Mittelmotorwagen – auch als »Powerpack« bezeichnet – und zwei reinen Steuerwagen an jedem Fahrzeugende. Auf diese Weise schafft es der Hersteller, ein reines Niederflurfahrzeug zu erstellen und die Fahrgasträume vollständig von den Antriebsanlagen konstruktiv zu trennen. Die beiden Steuerwagen haben jeweils ein Drehgestell unter den Führerenden und stützen sich am inneren Fahrzeugende auf den Antriebswagen ab. Um einen Durchgang innerhalb der Garnitur zu ermöglichen, besitzt der Antriebswagen einen schmalen Durchgang, der allerdings nicht barrierefrei ist.
Die DB AG bestellte 1998 erstmalig 44 Einheiten mit neuerer Kopffront für den Großraum Berlin-Brandenburg (30 Züge) und für das Streckennetz des Tochterunternehmens Usedomer Bäderbahn (14 Züge). Die ab 2000 ausgelieferten Züge wurden für die UBB komplett zweitklassig und mit einer hellgrau-blauen Farbgebung ausgeliefert, während die Züge für Berlin-Brandenburg auch die 1. Wagenklasse erhielten und verkehrsrot lackiert wurden. Die Auslieferung zog sich bis Dezember 2001 hin.
2001 wurden insgesamt 22 weitere Züge bestellt: 9 Zügen wurde – jetzt mit Toilette ausgestattet – für die UBB beschafft (121-129), 5 für die Dreieichbahn (201-205) und 8 für die Kurhessenbahn (206-213). Bis Mitte 2003 waren diese Züge auisgeliefert.
Als 646 wird stets nur der Mittelwagen bezeichnet, die Steuerwagen als 946. Die einzelnen Nummerngruppen sehen folgendermaßen aus: