Die zweiteiligen Triebwagen des Typs LINT 41 von Alstom LHB waren ursprünglich nicht von der Deutschen Bahn AG zur Beschaffung vorgesehen. Lediglich die einteiligen LINT 27 wurden 1996 bestellt und als Baureihe 640 eingeplant. Doch zur Schaffung eines gemeinsamen Fahrzeugpools mit der Nord-Ostsee-Bahn beteiligte sich die DB kurz darauf dennoch an einer Bestellung und kaufte sechs zweiteilige Züge, die die Baureihenbezeichnung 648 erhielten. Jeder der beiden Fahrzeugteile besitzt einen 315 kW-Motor, die Wagen sind mit einem Jacobsdrehgestell untereinander verbunden.
Sah es anfangs so aus, als würde es bei dieser kleinen Serie bleiben, begann DB Regio ab 2003 mit der Bestellung von vier weiteren Bauserien für das Sauerland und diue Dreiländerbahn, für den Vorharz, den Großraum Nürnberg und Kiel sowie für die Lüneburger Heide. Die Lieferungen sollen bis 2011 vollständig sein. Durch die lange Auslieferungszeit und die unterschiedlichen Ausstattungswünsche der Auftraggeber unterscheiden sich die Serien auch in technischen Details voneinander und sind größtenteils untereinander nicht mehr kompatibel. Da die einzelnen Lieferserien immer für ein bestimmtes Einsatzgebiet vorgesehen sind, wurden auch verschiedene Nummerngruppen angelegt, um die Fahrzeuge zu unterscheiden. Diese sind nachfolgend erläutert.
Für einen gemeinsamen Fahrzeugpool mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) auf der Strecke Kiel – Eckernförde - Flensburg bestellte auch die DB AG 1998 sechs LINT 41 bei LHB. Die Auslieferung der Züge erfolgte im Jahre 2000 bereits durch Alstom LHB, nachdem der Konzern das Salzgitterner Unternehmen 1999 übernahm. Die Betriebsnummern lauten 648 001 - 006 für den A-Wagen, 501 - 506 für den B-Wagen. Motorisiert sind diese Züge mit jeweils einem 315 kW-Aggregat in jedem Triebkopf. Die Einstiege sind 780 mm hoch, die Schiebetrittstufen sind als Gitter ausgeführt.
Liste 648.0 | 648.5
Im Jahre 2003 orderte DB Regio insgesamt 29 weitere Triebzüge für Nordrhein-Westfalen, wobei zwei Einsatzgebiete ins Auge gefasst wurden. Die Wagen 648 101 - 121 | 601 - 621 sind für das Sauerland-Netz bestimmt und besitzen 760 mm hohe Einstiege, die Wagen 648 201 - 207 | 701 - 707 für die Dreiländerbahn dagegen niedrige 550 mm-Einstiege und Fahrkartenautomaten. Gegenüber den 648.0 | 648.5 besitzen die Fahrzeuge ein moderneres Display und Leittechnik, Änderungen an der Druckluftanlage und weitere Detailänderungen (z. B. Videoüberwachung). Die Schiebetrittstufen besitzen Blechausführung.
Von den niedrigen 648.2 wurde 2005 weitere 27 Fahrzeuge für die Harz-Weser-Strecken ausgeliefert (648 251-277 | 751 - 777), die wiederum technisch geringfügig verbessert wurden.
Liste 648.1 | 648.6
Liste 648.2 | 648.7
Bei der Nummenrgruppe 648.3 | 648.8 wurden, möglicherweise bereits aus Nummernknappheit, recht unterschiedliche Bauserien zusammengefasst. 2006 wurden weitere 30 niedrigflurige Triebzüge bestellt, die nun für die Nebenbahnen im Großraum Nürnberg bestimmt sind und nur 2. Klasse besitzen. 27 Züge wurden zwischen Dezember 2007 und Mitte 2008 ausgeliefert (648 301 - 327 | 801 - 827), drei Einheiten wurden wieder storniert. Dafür wurden im April 2008 weitere 25 hochflurige Züge für das Ostholstein-Netz mit kleinem 1.-Klasse-Abteil bestellt (648 331 - 355 | 831 - 855), die seit Juli 2009 ausgeliefert werden.
Liste 648.3 | 648.8
2009 wurden bei Alstom weitere Triebwagen der Baureihe 648 bestellt für das Netz in der Lüneburger Heide, die ab 2011 ausgeliefert werden sollen. Die Nummern dieser Züge sind bislang noch nicht bekannt.