Bahndienstfahrzeuge

Im Bereich der Bahndienstfahrzeuge lässt sich in Bezug auf die mit Gründung der Deutschen Bahn AG eingeleiteten Bahnreform eine deutliche Trendwende ausmachen. Während sowohl bei der DB als auch DR Diensttriebwagen in möglichst einheitlicher Ausführung vornehmlich für die Wartung und zügige Reparatur von Oberleitungsanlagen eigens entwickelt und beschafft wurden, greift die Deutsche Bahn AG fast ausnahmslos auf Fremdentwicklungen zurück.

Für die Nachfolge der zwischen 1955 und 1974 in großer Stückzahl gebauten Turmtriebwagen der Baureihen 701 und 702 wurde schon kurz nach der Gründung der Deutschen Bahn AG ein Weiterbau der von der DR übernommenen 708.3 diskutiert, aber letztlich wieder verworfen. Noch 1994 werden drei neue Turmtriebwagen der Baureihe 709 des österreichischen Herstellers Plasser & Theurer beschafft, die sich in ähnlicher Form bei den ÖBB bewährt haben. 1996 setzt die Deutsche Bahn für die Herstellung weiterer Turmwagen auf die Produkte des Rheiner Herstellers Windhoff und beschafft 18 Fahrzeuge in zwei- (703.0) und vierachsiger Ausführung (711.0). Offensichtlich bewähren sich diese Fahrzeuge nur bedingt.

Weitere Dienstfahrzeuge beschafft die DB AG fortan bei der Gleisbaumechanik Brandenburg (GBM), die bereits eine Vielzahl kleinerer Gleisarbeitsfahrzeug als Ersatz für die Schwerkleinwagen bei DB und DR gebaut haben. Neben drei Oberleitungsmontagefahrzeugen (706, geliefert 1997-2000) und einem Versuchstriebwagen für Messausrüstungen (707, geliefert 2000) werden hier von 2002 bis 2004 23 vierachsige schnellfahrende Turmtriebwagen (711.1) und zehn zweiachsige Turmwagen (703.1) gebaut.

Erst 2009 wird ein Produkt eines anderen Spezialherstellers in Dienst gestellt: Der 711 201, ein vierachsiger Turmtriebwagen neuester Generation, wird von Robel gebaut.

Die auf den nachfolgenden Seiten aufgeführten Baureihen sind selbstverständlich nicht alle bei der Deutschen Bahn AG vorhandenen Bahndienstfahrzeugbaureihen. Die Baureihen 710, 714, 715, 716, 750, 751, 752, 753, 754 und 755 bleiben aber an dieser Stelle außen vor, da es sich um keine Triebwagentypen handelt, sondern um Mess- oder Arbeitslokomotiven bzw. im Falle der 716 um fahrbare Schneeschleudern.