| 411.0 | Trafo-Endwagen | Apmzf |
| 411.1 | Stromrichterwagen | ABpmz |
| 411.2 | Fahrmotorwagen | WRmz |
| 411.8 | - | Bpmz |
| 411.7 | Fahrmotorwagen | Bpmz |
| 411.6 | Stromrichterwagen | Bpmzb |
| 411.5 | Trafo-Endwagen | Bpmzf |
Nach den Erfolgen mit der Baureihe 610, die durch ihre eingebaute Neigetechnik (Gleisbogenabhängige Wagenkastensteuerung) den Regionalverkehr auf kurvenreichen Hauptstrecken deutlich beschleunigt hat, entschloss sich die Deutsche Bahn AG im Jahre 1994, die Vorteile dieser Technik auch im Intercity-Verkehr abseits der neugebauten Hochgeschwindigekitsstrecken zu nutzen. Für die Ablösung lokbespannter Intercitys und Interregios wurde deshalb im Dezember 1994 einem Konsortium, bestehend aus den Herstellern DWA (Federführung), Siemens, Duewag und Fiat, der Auftrag zum Bau von 40 aus sieben Wagen bestehenden elektrischen Triebzügen erteilt, die als IC-T bezeichnet werden sollten. Das ursprüngliche Konzept sah keine Gemeinsamkeiten mit dem ICE-Programm vor, sondern vielmehr eine Modernisierung des bestehenden IC/EC-Netzes im Geschwindigkeitsbereich bis 230 km/h.
Mit der fortschreitenden Entwicklung des IC-T wurde das Projekt mehrfach geändert. Der Auftrag wurde schon nach kurzer Zeit so modifiziert, dass an Stelle der 40 Einheiten lediglich 32 siebenteilige Züge (Baureihe 411), dafür aber elf Züge einer nur fünfteiligen Variante als Baureihe 415 entstehen sollten. Im Frühjahr 1999 wurden die ersten Züge beider Varianten in Betrieb genommen. Noch 1999 wurden die IC-T nun doch der ICE-Familie zugeschlagen und nunmehr als ICE-T bezeichnet.
Eine siebenteilige 411-Einheit hat eine Gesamtlänge von 184,4 m, die Antriebselektrik ist (wie bei 403 und 406) über die gesamte betrieblich nicht trennbare Einheit verteilt. Die End- und Mittelwagen werden deshalb allesamt unter der Bezeichnung 411 geführt, wenngleich nicht jeder Wagen Fahrmotoren besitzt. Die 1. Wagenklasse befindet sich im Endwagen 411.0 und im ersten Mittelwagen 411.1. Im Mittelwagen 411.2 wurde das BordRestaurant vorgesehen. Die übrigen Wagen 411.5 bis 411.8 beherbergen die 2. Wagenklasse. Ausstattungsdetails bei den Wagen befinden sich bei jeweiligen Unterseiten mit den Fahrzeuglisten. Bis zu drei Einheiten können mit Scharfenbergkupplungen, die sich hinter den Bugklappen befinden, gekuppelt werden, wobei theoretisch auch eine Kupplung mit ICE-3-Zügen möglich ist. Die Neigetechnik ermöglicht eine Neigung bis zu acht Grad und stammt von Fiat Ferroviaria.
Im Dezember 1999 begann der planmäßige Einsatz der 411 zwischen Berlin und Düsseldorf, ab Mai 2000 vornehmlich auf der Linie Berlin - Nürnberg - München und Frankfurt (Main) - Leipzig - Dresden, wobei auch gemeinsame Einsätze mit 415 zur Tagesordnung gehörten. Im Expo-Verkehr 2000 halfen die Züge tatkräftig aus.
Im März 2001 wurden weitere 28 Züge einer modifizierten Version bestellt, wobei nunmehr Siemens die Federführung im Konsortium mit Bombardier und Alstom übernahm. Bei diesen Zügen wurde die Neigetechnik optimiert, die Spitzenlichter auf LED-Technik umgestellt, die Sitzplatzanzahl erhöht, das durchgehende Fensterband durch Einzelfenster ersetzt und das BordRestaurant durch ein Bistro ersetzt. Nach Kundenprotesten sollen aber nachträglich die BordRestaurants wieder eingefügt werden.
Im Januar 2004 brannte der Triebzug 411 006ff teilweise aus, woraufhin die Mittelwagen 411 706 und 806 ausgemustert wurden. Die übrigen Wagen stehen als Reservefahrzeuge zur Verfügung.
Für den Einsatz der 411 zwischen Dortmund, Frankfurt (Main) und München bis nach Wien veräußerte die DB Ende 2006 bzw. im November 2007 die kompletten Züge 14, 15 und 16 an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), um einen Leistungsausgleich bei den gemeinsamen Einsätzen deutscher und österreichischer Züge zu erreichen. Die ÖBB vergaben die Betriebsnummern 4011 090ff bis 092ff für die Züge, während die DB AG die Garnituren für die eigene Abrechnung als 411 090ff bis 092ff führt. Nach einem Unfall wurde der Endwagen 4011 592 im Jahre 2008 durch den Reserveendwagen 411 506 ersetzt.
Seit Dezember 2006 wird die Baureihe 411 auch im Verkehr zwischen Stuttgart und Zürich eingesetzt, nachdem die bislang hier eingesetzten 415 an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. Da die 411 im Gegensatz zu den fünf speziell hierfür ausgerüsteten 415-Zügen für den Einsatz in die Schweiz nicht zugelassen sind, wurden die Endwagen 415 080-084 sowie 415 580-584 an die Stelle von 411 020-024 und 411 520-524 gesetzt, so dass ohne größere Umbauten fünf siebenteilige 411-Garnituren mit Schweiz-Zulassung entstanden. Die Mittelwagen mussten nur minimal angepasst werden. Die freigewordenen 411-Endwagen wurden in 415 020-024 bzw. 520-524 umgezeichnet und mit den drei Mittelwagen der bisherigen Schweiz-Garnituren gekuppelt, so dass fünf fünfteilige Züge für den Binnenverkehr entstanden. Alle 411- und 415-Mittelwagen wurden bei dieser Aktion nicht umgezeichnet.
Im Betriebsalltag kam es mittlerweile zu einigen Austäuschen von Mittelwagen, so dass nicht mehr jede Garnitur nummernrein im Einsatz steht.