Die Baureihe 423 | 433 ist als vierteiliger elektrischer S-Bahn-Triebzug in den Jahren 1999 bis 2007 ausgeliefert worden und wurde parallel zu der für den Regionalverkehr konstruierten Fahrzeugfamilie der Reihen 424/425/426 entwickelt. Die Endwagen werden als 423 bezeichnet, die Mitteltriebwagen als 433. Alle Fahrzeugteile sind untereinander mit Jacobsdrehgestellen verbunden. Sie verfügen über eine Scharfenbergkupplung und sind mit bis zu drei Einheiten in Mehrfachtraktion steuerbar. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h. Die Triebzüge sind grundsätzlich klimatisiert. Ihr Hauptmerkmal ist die erstmalige weitgehend freie Durchsicht durch den gesamten Zug, da die Wagenübergänge nicht verengt sind. WC-Einrichtungen besitzen die Züge nicht.
Die Fahrzeuge wurden als direkte Nachfolger der Baureihe 420 | 421 zunächst in München-Steinhausen stationiert, wo bis 2004 sämtliche Züge der Vorgängerbauart ausgemustert wurden. Spätere Lieferungen erfolgten auch an das Frankfurter und Stuttgarter S-Bahn-Netz sowie nach Düsseldorf, von wo aus die S-Bahn-Linien nach Köln mit diesen Zügen bestritten werden.
Eine Einheit hat eine Länge von 67,4 Metern und besteht größtenteils aus Aluminium. Die Fahrzeuge besitzen, wie bei den neuzeitlichen elektrischen Triebfahrzeugen üblich, Antrieb mit Drehstromtechnik mit Bremsstromrückspeisung. Die Leistung wird mit 2.350 kW angegeben.
Die elektrische Ausrüstung der Züge übernahm durchgängig Alstom LHB (Salzgitter), während sich die Endfertigung der Züge der ersten Bauserie Alstom LHB (423 001-033, 085-190 ff) und Adtranz (Nürnberg) (423 034-084 ff) teilten. Da das Nürnberger Werk aber noch in der Fertigungsphase schloss, wurde die eigentlich auch hier geplante Endfertigung der Züge 423 085-098 ff an Alstom LHB abgegeben. Bei den späteren Lieferungen wurde stattdessen das Hennigsdorfer Adtranz-Werk (ab 2001: Bombardier) einbezogen.
Große betriebliche Probleme bereitete die Ausrüstung der Züge mit einer technischen Abfertigung (TAV), bei der über eine Lichtschranke der Türbereich kontrolliert wird und sich die Türen automatisch schließen und verriegeln. Nach einem Unglücksfall wurden die Türbereiche mit einem Lichtgitter nachgerüstet, das nun den gesamten Einstiegsbereich in voller Höhe kontrolliert.
Aus dem Rahmen fallen die letztgebauten Züge 423 444-456 ff., die zwar bereits 2007 fertiggestellt waren, aber wegen Zulassungsproblemen durch das Eisenbahnbundesamt für knapp drei Jahre auf dem Abstellgleis standen. Sie wurden erst im Januar 2010 abgenommen und dem Fahrbetrieb übergeben.