Epoche IIc (1941-1949)

Im Jahre 1941 führte die DRB ein neues Nummernschema für die Elektrotriebwagen ein.. Vorausgegangen war die zunehmende Unzufriedenheit mit dem alten Schema aus dem Jahre 1930, das Bauartunterschiede bislang nur dadurch ausdrücken konnte, dass die Verantwortlichen neue Nummernblöcke im Zehner- oder Hunderterbereich begannen (z.B. 1031 ff, 1061 ff, 1161 ff). Mit der Auslieferung der Einheitstriebwagen ab 1936 wurden die Nummernbereiche 1300 ff, 1800 ff und 1900 ff in Anspruch genommen – da die vorhandenen Bei- und Steuerwagen jedoch bereits den Bereich ab 2001 ff belegten, waren hier fast keine Ausbaumöglichkeiten mehr vorhanden.
Es gab aber auch an anderer Stelle Handlungsbedarf: Ab 1933 kümmerte sich die DRG intensiver um die Schaffung eines einheitlichen, geschlossenen Zugbildes bei Triebwagenzügen, wie es beim Bau der elT 1201ff und 1701ff bereits besonders berücksichtigt wurde. Ganz besonders galt dies für die 1935 gebauten einheitlichen Steuerwagen 2401 ff, die für die Einheitstriebwagen 1731ff und 1801ff gebaut wurden. Aus den fortlaufenden Wagennummern ließ sich aber nicht ohne weitere Hinweise ableiten, für welche Triebfahrzeuge die Steuerwagen bestimmt waren. Mit der ständigen Vergrößerung des Fahrzeugpark wurde die passende Zuordnung von Steuer-, Bei- und Triebwagen zueinander zunehmend unübersichtlich.

Der neue Nummernplan sah eine generell Herauslösung der Elektrotriebwagen aus dem Nummernplan für Reisezugwagen vor und eine parallele Handhabung zum bewährten Plan der Elektrolokomotiven vor. Dies bedeutete, dass die Elektrotriebwagen auch im Nummernplan vom Reisezugwagen zu einem „Triebfahrzeug“ aufgewertet wurden.

Der Aufbau der neuen Triebwagennummer entsprach dem der Elektroloks. An Stelle des Kürzels „E“ trat nun ein „ET“ für Elektrotriebwagen, dem die „Stammnummer“ folgte (der Begriff „Baureihe“ wurde erst später geprägt). Die Stammnummer war ebenfalls zweistellig für Wechselstromfahrzeuge, Gleichstromfahrzeuge wurden mit dreistelligen Stammnummern (101-199) versehen. Den Stammnummerbereich 201-299 sah die DRG ab 1936 für abweichende Wechselstromfahrzeuge (z.B. die mit 50 kV elektrifizierte Höllentalbahn) vor, doch gab es zu DRB-Zeiten keine Triebwagen mit einer solchen Ausrüstung.

Die DRB-Bestände an Elektrotriebwagen sowie deren Bei- und Steuerwagen für den Zeitraum 1941 bis 1949 sind - wie gewohnt - links im Menü nach dem in diesem Zeitraum gültigen Nummernschema aufgeführt. Grau hinterlegte Fahrzeuge sind innerhalb dieses Zeitraums ausgeschieden, wobei der Kriegsverlauf insbesondere in den Jahren 1943 bis 1945 - wie allgemein bekannt - zu immensen Verlusten an Mensch und Material führte. Die zahlreichen grau hinterlegten Fahrzeuge, die nach 1945 weder in den Bestand von DB noch DR gelangten, sprechen da eine deutliche Sprache.