422 | 432

422 005. Foto: M. Werning
422 005 zwischen Duisburg und Essen Foto: M. Werning

Als Ersatz für die x-Wagen-Wendezüge und mehrere ältere 420 | 421-Garnituren der S-Bahn Rhein-Ruhr bestellte DB Regio AG im Dezember 2005 für DB Regio NRW GmbH insgesamt 78 neue S-Bahn-Triebzüge der Baureihe 422 | 432, die eine Weiterentwicklung der Reihe 423 | 433 darstellen. Äußerlicher Hauptunterschied ist vor allem die geänderte Kopfform der Triebzüge. Der Auftrag über 343 Mio. Euro ging an Bombardier (Hennigsdorf) als Konsortialführer und an Alstom LHB. Später wurde der Auftrag noch um sechs weitere Züge (422 079-084 ff.) ergänzt.

Die vierteiligen Triebzüge bestehen aus zwei Endtriebwagen und zwei Mitteltriebwagen, die über Jakobsdrehgestelle miteinander verbunden sind. Sämtliche 336 Wagenkästen und 168 Kopfdrehgestelle fertigte Alstom LHB, Bombardier steuerte die elektrische Ausrüstung aus dem Standort Mannheim und die Jakobsdrehgestelle aus dem Werk Siegen bei. Die Endmontage der ersten 26 Züge übernahm Bombardier in Hennigsdorf, die übrigen Züge fertigte Alstom LHB in Salzgitter.

Im November 2007 begann die Fertigstellung der ersten Einheiten. Ein geplanter erster Einsatz der Züge ab März 2008 scheiterte an der fehlenden EBA-Zulassung, die sich bis Herbst 2008 hinzog. Am 17. November 2008 wurden erstmalig die neuen Züge im Fahrgastbetrieb auf der S-Bahn-Linie 7 Düsseldorf-Flughafen - Solingen-Ohligs eingesetzt, ab dem 14. Dezember 2008 auch auf der S 2 Duisburg/Essen - Dortmund. Die übrigen Linien (bis auf S 4 und S 6) folgten sukzessive. Die Auslieferung der Züge endete im Oktober 2010.

Im Februar 2009 vereinbarten VRR und DB Regio die Beschaffung einer 2. Bauserie über 30 Triebzüge, um die letzten x-Wendezüge abzulösen. Da der 422 | 432 aber bereits nicht mehr zulassungsfähig ist und für die S-Bahn Stuttgart deshalb bereits die etwas kürzere Baureihe 430 | 431 projektiert wurde, werden künftige Auslieferungen für die S-Bahn Rhein-Ruhr ebenfalls dieser Baureihe angehören und die 422 | 423 nicht weiter beschafft.