Im Jahr 1984 übernahmen die Berliner Verkehrsbetriebe von der Deutschen Reichsbahn den S-Bahnbetrieb im Westteil Berlins. In diesem Zusammenhang ergab sich die Notwendigkeit, eine neue Fahrzeuggeneration zu entwickeln, da ausschließlich Vorkriegsfahrzeuge zur Verfügung standen. Dies führte 1986 zum Bau von vier Prototyp-Viertelzügen (d.h. von einem Vollzug) durch die Berliner Waggon-Union unter der Baureihenbezeichnung 480 in Anlehnung an das DB-Nummernschema. Kontrollziffern erhielten diese Züge jedoch zunächst nicht. Die Wagen 480 001/501 und 002/502 trugen zunächst ein »kristallblaues« Farbschema, was bei den Berlinern allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Die Wagen 003 und 004 hatten die traditionellen bordeauxrot-ockerne Farbgebung.
Die Grundeinheit, also ein Viertelzug, besteht aus zwei kurzgekuppelten und angetriebenen Triebwagen mit jeweils einem Endführerraum. Die Triebwagen werden dem damaligen Stand der Technik entsprechend von Drehstrom-Asynchron-Motoren angetrieben. Als Novum bei der Berliner S-Bahn galt der Allachsantrieb. Jeder Motor leistet 90 kW, was den Triebwagen eine Beschleunigung von 1 m/s² und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ermöglicht. Ebenfalls neu in Berlin war auch die prinzipielle Möglichkeit, mit einem einzelnen Viertelzug zu fahren.
Nach ausgiebiger Erprobung begann 1990 die Lieferung von 41 Serienviertelzüge an die Berliner Verkehrsbetriebe, die im Juli 1992 mit 480 045/545 abgeschlossen war. Auf eine eigentlich angedachte Nachlieferung verzichtete die BVG, weil sich bereits abzeichnete, dass das Berliner S-Bahn-Netz mit dem Zusammenschluss von DB und DR an die Deutsche Bahn AG gehen würde. Stattdessen bestellte die DR die zweite Bauserie über weitere 40 Doppelzüge, die bis 1994 ausgeliefert wurden. Bei der Deutschen Bahn AG erhielten sämtliche Züge die gewohnten Kontrollziffern angeschrieben.
Ab 1995 wurden bereits die Doppeltriebwagen 481 | 482 in Dienst gestellt, so dass es zu keinen weiteren Nachbeschaffungen der 480 mehr kam.