Epoche III (1949-1967)

Der Bestand an Dieseltriebwagen war komplett durch Fahrzeuge geprägt, die vor oder während des Zweiten Weltkrieges entstanden und sich durch die Mangelwirtschaft der vergangenen Jahre in einem größtenteils schlechten Zustand befanden.

Schon am 12. Oktober 1947 hatte die DRB einen neuen Nummernplan für die Dieseltriebwagen entwickelt. Ein solcher war eigentlich schon in den 1930er-Jahren geplant gewesen, wurde aber nie zu Ende entwickelt. Wesentliche Änderung war, dass die Dieseltriebwagen nicht mehr im Reisezugwagenplan enthalten waren, sondern nun eine eigene Traktionsart darstellen, die durch das vorangestellte Kürzel VT (für Verbrennungstriebwagen) gekennzeichnet wurde.

VT 01-19Drehgestelltriebwagen für 120 km/h und mehr
VT 20-39Drehgestelltriebwagen für 100-119 km/h
VT 40-59Drehgestelltriebwagen für 85-99 km/h
VT 60-69Drehgestelltriebwagen für 65-84 km/h
VT 70-79Lenkachstriebwagen für 65-84 km/h
VT 80-89Lenkachstriebwagen bis 64 km/h
VT 90-99Sondertriebwagen
000-499elektrische Kraftübertragung
500-899hydraulische Kraftübertragung
900-999mechanische Kraftübertragung

Bei der Vergabe dieser Ordnungsnummerngruppen wurde noch den DRG-Gepflogenheiten gefolgt, dass die Nummerngruppen bei Reisezugwagen mit der letzten Ziffer "0" (also z.B. 000, 500 oder 900) beginnen. Bei der Umzeichnung der Elektrotriebwagen 1941 hatte man dagegen stets mit der Endziffer "1" (also 001) eine Nummerngruppe begonnen. Dieser Fehler wurde um 1950/51 korrigiert und die Nummerngruppen folgendermaßen neu aufgeteilt:

001-500elektrische Kraftübertragung
501-900hydraulische Kraftübertragung
901-999mechanische Kraftübertragung

Zu umfangreichen Umzeichnungen kam es deswegen aber nicht, vielmehr wurden nur bei Umbau- und Neubaufahrzeugen entsprechend verfahren.

Ab 1954 reichte das Schema der Ordnungsnummern nicht mehr aus, da für die dieselmechanischen Schienenomnibusse der Reihe VT 95 der Nummernbereich 901-999 vorgesehen war, aber weit mehr als 100 Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt bestellt waren. Daraufhin wurde durch das Hinzufügen einer vierten Stelle aus den Wagen 912 ff die 9112 ff. Bei den ab 1955 ausgelieferten VT 98 wurde aus heute nicht mehr zu rekonstruierenden Gründen mit der Ordnungsnummer 9501 begonnen. Offenbar in Erwartung großer Stückzahlen wurde auch der TEE-Triebwagen VT 11 mit vierstelligen Nummern (5001 ff) vorgesehen, obwohl es nur zum Bau von 19 Triebköpfen kam.

Da die DB bei Neubaufahrzeugen, von den Schienenbussen abgesehen, ausschließlich auf dieselhydraulische Kraftübertragung setzte, verloren die Nummernbereiche Anfang der 1960er-Jahre weitgehend ihre Bedeutung.