628.0-1 | 928.0-1

Zeitraster Triebwagen Triebwagen | Steuerwagen
1974-1981 DB 628
1981-1991 DB 628.0 DB 628.1 | 928.1
1991-1993 DB 628.0 | 928.0 DB 628.1 | 928.1
1994-2006 DB AG 628.0 | 928.0 DB AG 628.1 | 928.1

Ende der 1960er-Jahre diskutierte die DB bereits über einen Nachfolger über die in großer Stückzahl gebauten Schienenbusse der Baureihen VT 95 und VT 98. Zu diesem Zeitpunkt lieferte die Waggonfabrik Uerdingen ein-, zwei- und mehrteilige Dieseltriebzüge eines einheitlichen Typs an verschiedene dänische Privatbahnen. Die mehrteiligen Wagen waren dabei kurzgekuppelt und besaßen Übergangsmöglichkeiten für die Fahrgäste. Die preiswerten Drehgestellfahrzeuge verwendeten zahlreiche Komponenten aus dem Lkw-Bau. Eine zweiteilige Garnitur aus VT und VS stellte der Hersteller daraufhin 1968/69 für Testfahrten zur Verfügung (791 001 + 991 601). Auf dessen Basis entwickelte das BZA München ab 1972 gemeinsam mit Uerdingen und MaK einen möglichen Schienenbusnachfolger für die DB.

Das Konzept sah dabei den Bau sowohl eines einteiligen Drehgestelltriebwagens (Baureihe 627) vor, als auch einer zweiteiligen Variante, die aus zwei kurzgekuppelten angetriebenen Einzelfahrzeugen (Baureihe 628) bestehen sollte. Jeder Wagen sollte mit dieselhydraulischer Kraftübertragung eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen können und damit auch deutlich hauptbahntauglicher sein als die bisherigen Schienenbusausführungen. Als deren Nachfolger sollten diese Fahrzeuge einen bislang auf Nebenstrecken unbekannten Komfort bieten und gleichzeitig durch Einmannbedienung die Betriebskosten deutlich senken.

Die DB bestellte insgesamt 20 Prototypen bei der Industrie, bestehend aus acht Einteilern (627) und zwölf Zweiteilern (628). Den Bau der 24 motorisierten 628-Zughälften übernahmen die Waggonfabrik Uerdingen (18) und LHB (6).

Ursprünglich sollten von den 628 nur zwanzig Endwagen gebaut werden, wobei immer ein Wagen des Nummernkreises 001-010 mit dem passenden Pendant des Nummernkreises 011-020 gekuppelt werden sollte. Deshalb wurden die Wagen 001-010 auch mit einem Gepäckabteil und einer Gepäcktür ausgestattet, die Wagen 628 011-020 aber als reine Sitzwagen ausgeführt. Zu Vergleichszwecken wurden die Garnituren folgendermaßen motorisiert:

  • 628 001+011 - 005+015: MAN D 3256 BTXU (213 kW)
  • 628 006+016 - 010+020: KHD F 12 L 413 (221 kW)
Um auch noch eine dritte Motorvariante, nämlich den Daimler-Benz-Zwölfzylindermotor OM 404 mit 294 kW testen zu können, wurden nachträglich noch zwei weitere Züge bestellt, die als 628 021/023 und 628 022/024 nicht mehr so recht in das Nummernschema passten. Bei diesen Zügen wurden die Endwagen 021 und 022 mit Gepäckabteil und Gepäcktür ausgerüstet. Die Garnitur 021/023 fiel außerdem wegen einer zusätzlichen beigen Zierlinie aus dem Rahmen.

Durch die doppelte Motorisierung der Garnituren ergaben sich gute Beschleunigungswerte. Mit Scharfenbergkupplungen sollte im Betrieb eine schnelle Ergänzung von Zuggarnituren möglich werden: Das Konzept sah vor, dass die zweiteiligen 628-Garnituren im Bedarfsfall einfach mit einteiligen 627 ergänzt werden konnte. Der als Stahlleichtbau ausgeführte Wagenkasten mit Sicken an den Seitenwänden und auf dem Dach ruhte auf zwei luftgefederten Drehgestellen der Bauart Wegmann. Die kurzgekuppelten Wagen besaßen eine Übergangsmöglichkeit mit Gummiwulsten. Erwähnenswert sind weiterhin die damals neuen Schwenkschiebetüren. Die Wagen besaßen ausschließlich die 2. Wagenklasse.

Wegen der relativ hohen Anschaffungskosten, aber in erster Linie wegen der ungeklärten Zukunft zahlreicher deutscher Nebenbahnen auf Grund der politischen Rahmenumstände, unterblieb der Bau einer Serie. Nach anfänglicher Erprobung der Wagen in Braunschweig und Kempten wurden die Triebwagen ab 1980 in Kempten zusammengezogen. Als recht problematisch wurden die hohen Wartungskosten zweier Maschinenanlagen in einer 628-Garnitur empfunden. Deshalb wurde mit der Serienreife eines 357 kW leistenden neuen Daimler-Benz-Motors wurde 1980 versucht, die Betriebskosten durch Verzicht auf einen der beiden Motoren zu senken. Dafür wurde die Maschinenanlagen aus den Wagen 628 006, 007, 016 und 017 ausgebaut und die bereits mit Daimler-Benz-Motoren ausgerüsteten Endwagen 628 021-024 mit der neuen, stärkeren Version ausgestattet. Die Züge liefen daraufhin in den Reihungen 021+016, 022+017, 023+006 und 024+007. Trotz generell guter Bewährung waren die einmotorigen Züge fortan wegen ihrer insgesamt deutlich geringeren Motorleistung nicht mehr auf allen Strecken einsetzbar.

Nach langem Zögern wurde 1980/81 eine zweite Vorserie in „optimierter Ausführung“ bestellt, diesmal fünf 627 und nur drei 628-Einheiten. Konstruktiv hatte diese Serie mit den Fahrzeugen von 1974 nur noch konzeptionelle Grundzüge gemein, da die gesamte Konstruktion überarbeitet wurde. Wesentlicher Unterschied zu der ersten 628-Vorserie war die bereits werkseitige Auslieferung der einen Zughälfte als Steuerwagen (928 101-103), während im Triebwagen (628 101-103) der bereits erwähnte 357 kW-Motor von Daimler-Benz verwendet wurde. Die Fahrzeuge besaßen nun glatte Seitenwände und die Scharfenbergkupplung wich einer normalen Zug- und Stoßvorrichtung. Die Stirnfront wurde neu gestaltet und der Wagenkasten etwas verlängert. Im Steuerwagen wurde nun auch die 1. Wagenklasse berücksichtigt.

Auch die drei neuen Züge wurden in Kempten (Allgäu) stationiert, wo zu diesem Zeitpunkt sämtliche 627 und 628 versammelt waren. Die unterschiedlichen Kupplungssysteme der Fahrzeuge der ersten und zweiten Vorserie verhinderten zunächst gemeinsame Einsätze. Aus diesem Grund baute das AW Kassel in den Jahren 1983 und 1987 sämtliche 627.0 und 628.0 auf die üblichen Zug- und Stoßvorrichtungen um.

Im Jahre 1991 wurden die nach wie vor antriebslosen Endwagen 628 016, 017, 006 und 007 endlich auch offiziell zu Steuerwagen umgezeichnet und erhielten (analog zu den gekuppelten Triebwagen) die Nummern 928 021-024. Der Wagen 928 021 erhielt nachträglich auch ein 1.-Klasse-Abteil, blieb in dieser Form aber ein Einzelstück.

1994 wurde alle fünfzehn Triebzüge der beiden Vorserien von der Deutschen Bahn AG übernommen. Übergang zur nächsten Epoche im Zeitraster.

Liste 628.0 (Triebköpfe)

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
Uerdingen 79887 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 001-0   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79888 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 002-8   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 79889 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 003-6   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 01 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 004-4   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 02 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 005-2     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79890 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 006-9     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79891 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 007-7     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 05 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 008-5     Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 07 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 009-3   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 09 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 010-1     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79892 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 011-9   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79893 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 012-7   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 79894 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 013-5   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 03 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 014-3   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 04 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 015-0     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79895 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 016-8     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79896 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 017-6     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
LHB 06 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 018-4     Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 08 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 019-2     Untersuchungsdaten vorhanden  
LHB 10 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 020-0     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79899 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 021-8     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79900 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 628 022-6     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79901 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 023-4     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79902 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 628 024-2     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet

Liste 628.1 (Triebköpfe)

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
Uerdingen 85526 1981 628.1 BDyg 2'B'-dh 628 101-8   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 85528 1981 628.1 BDyg 2'B'-dh 628 102-6   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 85530 1981 628.1 BDyg 2'B'-dh 628 103-4     Untersuchungsdaten vorhanden  

Liste 928.0 (Steuerwagen)

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
Uerdingen 79895 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 928 021-5     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79896 1974 VT 628 Byg 2'B'-dh 928 022-3     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79890 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 928 023-1     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet
Uerdingen 79891 1974 VT 628 BDyg 2'B'-dh 928 024-9     Untersuchungsdaten vorhanden Fahrzeug wurde verschrottet

Liste 928.1 (Steuerwagen)

Hersteller Fabriknr. Baujahr Typ urspr. Gattung Bauart Fahrzeugnr.
Uerdingen 85527 1981 928.1 BDyg 2'2' 928 101-5   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 85529 1981 928.1 BDyg 2'2' 928 102-3   Beheimatungsdaten vorhanden Untersuchungsdaten vorhanden  
Uerdingen 85531 1981 928.1 BDyg 2'2' 928 103-1     Untersuchungsdaten vorhanden