471 | 871

471 403. Foto: S. Motz
471 403 in weitgehendem Ursprungszustand. Dieser Endwagen wird 1981 zu einem Teil eines Stromschienenenteisungszugs umgebaut und als 730 401 bezeichnet (München, 1979) Foto: S. Motz
471 134. Foto: S. Motz
471 134 gehört zu den zwischen 1985 und 1987 im AW Stuttgart-Bad Cannstatt modernisierten Zügen mit Doppellampen und gummigefassten Fenstern (Stuttgart, 1985) Foto: S. Motz

Übergang aus der vorangegangen Epoche im Zeitraster. Im Nummernplan der DB vom 1. Januar 1968 erhielten die bisher als ET 171 bezeichneten Triebzüge der Hamburger S-Bahn die neuen Baureihenbezeichnungen 471, die Mittelwagen (EM 171) wurden analog als 871 bezeichnet. Der bisherige a-Triebkopf erhielt eine 100er-Ordnungsnummer, der b-Triebkopf eine 400er-Ordnungsnummer. Bei den Mittelwagen wurde die bisherige Ordnungsnummer unverändert übernommen.

Auch nach 1968 blieben die 471 | 871 die Hauptstütze im S-Bahn-Verkehr Hamburgs mit insgesamt 72 dreiteiligen Zügen. Die Beheimatung erfolgte während ihrer gesamten Einsatzzeit beim Bw Hamburg-Ohlsdorf, das zwischenzeitlich auch als »Hamburg GSB« (wobei das GSB für »Gleichstrom-S-Bahn« stand) firmierte. Die ursprünglich dunkelblauen Züge - wobei der Mittelwagen ein cremefarbenes Fensterband besaß – wurden ab 1980 analog zu den neuen 472 | 473-Triebzügen in den Farben Ozeanblau und Elfenbein lackiert. Obwohl diese Farben ab 1987 offiziell durch die neuen Produktfarben der DB ersetzt wurden, verwendete die Hamburger S-Bahn sie konsequent weiter.

Nach dem Katastrophenwinter 1979/80 wurden die beiden Zugeinheiten 471 103 + 871 003 + 471 403 sowie 471 133 + 871 033 + 471 433 in zwei Stromschienenenteisungszüge der Baureihe 730 | 731 umgebaut und damit dem Fahrgastverkehr entzogen. Bis auf wenige Einsatztage im Winter blieben sie in Hamburg-Ohlsdorf in Warteposition abgestellt. 1989 wurden sie ersetzt.

Obwohl das Einsatzende der Züge im Jahre 1990 noch nicht abzusehen war, wurde die Garnitur 471 139 + 871 039 + 471 439 wegen ihrer originalen Holzsitze an den Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e. V. abgegeben, der den Zug daraufhin im Bahnhof Schönberger Strand (fernab jeglicher Stromschiene) ausstellt. Der Triebkopf 471 144 gelangte 1992 zum firmeneigenen Museum von LHB in Salzgitter.

Von April 1985 bis November 1987 wurden 22 Züge im AW Stuttgart-Bad Canstatt aufwändig modernisiert und erhielten gummigefasste Fenster und Türen, neue Sitze und die vom 470 | 870 bereits bekannten moderneren Doppellaternen. Für weitere 20 Züge war ein Umbau ebenfalls noch vorgesehen, wurde aber wegen der sehr hohen Kosten wieder verworfen.

1994 wurde ein großer Teil der Züge noch von der Deutschen Bahn AG übernommen. Übergang zur nächsten Epoche im Zeitraster.